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Erkältung und Grippe mit Stoma: Was Sie wissen sollten

Ein Stoma macht Sie weder anfälliger noch weniger anfällig für Erkältungen, Grippe oder einen Magen-Darm-Infekt. Es kann jedoch beeinflussen, wie Ihr Körper darauf reagiert und wie Sie Ihren Alltag während der Erkrankung gestalten. Zu wissen, was Sie erwartet, macht den Umgang mit einer Erkrankung mit Stoma deutlich entspannter und hilft Ihnen, sich ohne unnötige Sorgen zu erholen.

Wie sich eine Erkältung im Winter auf Ihr Stoma auswirken kann

Es ist ganz normal, sich zu fragen, wie sich Niesen, Husten, Erbrechen oder ein veränderter Appetit auf Ihr Stoma auswirken könnten. Je nach Stomaart können Erkältungen und Grippe Ihr Verdauungssystem unterschiedlich beeinflussen. Bei einem Ileostoma kann die Ausscheidung dünnflüssiger und stärker werden, besonders wenn Sie weniger essen oder Fieber haben – da ein Ileostoma ohnehin schon eine flüssigere Ausscheidung produziert, ist Dehydration bei einer Grippe mit Stoma besonders im Blick zu behalten. Bei einem Kolostoma kann sich die Ausscheidung verlangsamen, wenn der Appetit nachlässt, oder dünnflüssiger werden, wenn Sie gegen einen Magen-Darm-Infekt kämpfen oder mehr trinken; auch eine veränderte Geruchsentwicklung im Zusammenhang mit der Erkrankung oder Medikamenten ist möglich. Bei einem Urostoma produzieren Sie bei Fieber oder Flüssigkeitsmangel möglicherweise weniger Urin, der zudem dunkler wirken oder mehr Schleim enthalten kann.

Diese Veränderungen normalisieren sich fast immer wieder, sobald Sie sich erholt haben. In der Zwischenzeit lohnt es sich, Ihre Ausscheidung etwas aufmerksamer zu beobachten als gewöhnlich.

Ausreichend Flüssigkeit hat oberste Priorität

Fieber und Erbrechen entziehen Ihrem Körper schnell Flüssigkeit. Ausreichend zu trinken ist für alle wichtig, aber besonders entscheidend, wenn Sie ein Ileostoma haben, da sich eine Dehydration hier rasch entwickeln kann.

Ein paar einfache Gewohnheiten können dabei helfen: Trinken Sie lieber häufig kleine Schlucke, statt große Mengen auf einmal zu sich zu nehmen, und ziehen Sie eine Rehydratationslösung in Betracht, um verlorene Elektrolyte auszugleichen. Ein hellgelber Urin ist ein gutes Zeichen dafür, dass Sie ausreichend trinken – das gilt besonders bei einem Urostoma. Reduzieren Sie zudem Koffein, wenn es Ihren Magen reizt oder die Ausscheidung erhöht.

Achten Sie auf Schwindel, Kopfschmerzen, einen trockenen Mund, dunklen Urin oder eine spürbar verringerte Stomaausscheidung – dies sind Anzeichen einer Dehydration, die einen kurzen Anruf bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt wert sind, wenn sie sich nicht bessern.

Gut essen, auch ohne Appetit

Appetitlosigkeit während einer Erkältung oder Grippe ist ganz normal. Kleinere, dafür häufigere Mahlzeiten können helfen, Ihre Energie aufrechtzuerhalten, ohne Ihr System zu sehr zu belasten. Setzen Sie auf leicht verdauliche Lebensmittel wie Suppen (bei einem Ileostoma püriert, ohne Stückchen), Gemüsepüree, Reis, Nudeln, Eier oder Joghurt, und tasten Sie sich erst nach und nach wieder an Ihre gewohnte Ernährung heran, sobald es Ihnen besser geht.

Wird Ihre Ausscheidung dünnflüssiger, können Lebensmittel wie Bananen, Weißbrot oder Toast, Nudeln, Milchreis, cremige Erdnussbutter, Kartoffelpüree oder ein paar Gummibärchen bzw. Marshmallows (bei Diabetes nicht ideal) auf natürliche Weise helfen, die Ausscheidung wieder einzudicken.

Umgang mit Husten und Niesen

Husten, Niesen und die allgemeinen Muskelschmerzen, die mit einer Grippe einhergehen, können Ihren Bauchbereich empfindlicher machen. Husten allein löst zwar in der Regel keine Hernie aus, kann aber zusätzliche Belastung rund um die Stomastelle verursachen. Um den Druck zu verringern, können Sie Ihren Bauch beim Husten mit der Hand, einem zusammengelegten Handtuch oder einem kleinen Kissen abstützen, bei Bedarf eine leichte Stützbandage tragen und schweres Heben vermeiden, bis Sie sich wieder kräftiger fühlen.

Leben Sie bereits mit einer parastomalen Hernie, lohnt sich diese zusätzliche Unterstützung während der Erkrankung umso mehr.

Wenn Sie erbrechen müssen

Erbrechen kann sich mit einem Stoma beunruhigend anfühlen, wird jedoch meist durch dieselben alltäglichen Viren oder Lebensmittelinfekte ausgelöst, die auch andere Menschen betreffen, und klingt in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage wieder ab.

Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf, wenn Sie ein Ileostoma haben und über mehrere Stunden keine Ausscheidung bemerken, kombiniert mit Erbrechen oder Krämpfen, da dies auf eine Stomablockade hindeuten kann; wenn Sie über 12 bis 24 Stunden keine Flüssigkeit bei sich behalten können; oder wenn das Erbrechen mit hohem Fieber oder starken Bauchschmerzen einhergeht.

Bei milderen Verläufen helfen kleine Schlucke Wasser oder eine Rehydratationslösung, ein schrittweiser Übergang zu leichter Kost, sobald Sie diese vertragen, sowie ein Verzicht auf sehr ballaststoffreiche Lebensmittel, bis sich Ihr Magen beruhigt hat.

Die Haut rund um Ihr Stoma schützen

Eine Erkrankung bedeutet oft häufigere Beutelwechsel, Undichtigkeiten durch dünnflüssigere Ausscheidung oder vermehrtes Schwitzen durch Fieber – all das kann die Haut rund um Ihr Stoma empfindlicher machen.

Zum Schutz Ihrer Haut sollten Sie die Haftung Ihres Beutels regelmäßig überprüfen, bei ersten Anzeichen von Reizung zu einem Hautschutzspray oder -tuch greifen und bei dünnflüssigerer Ausscheidung auf einen ausleerbaren Beutel umsteigen, den Sie bei Bedarf entleeren können. Weitere Informationen zur Stoma-Hautpflege finden Sie in unserem entsprechenden Leitfaden.

Ruhe gehört zur Genesung dazu

Ihr Körper braucht Energie, um eine Erkrankung zu bekämpfen, und Schlaf ist eine der besten Möglichkeiten, ihm diese zu geben. Sich während einer Erkrankung müder als sonst zu fühlen, ist völlig normal – hören Sie auf Ihren Körper, ruhen Sie sich aus, wenn nötig, und verzichten Sie auf anstrengende Aktivitäten, bis Ihre Kräfte zurückkehren.

Zögern Sie nicht, sich zu melden, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • Eine Dehydration, die sich trotz Flüssigkeitszufuhr nicht bessert
  • Einen plötzlichen, anhaltenden Anstieg oder Rückgang der Stomaausscheidung
  • Starkes Erbrechen oder starke Bauchschmerzen
  • Fieber, das länger als ein paar Tage anhält
  • Eine Haut rund um das Stoma, die sich verschlechtert statt bessert

FAQ: Grippe mit Stoma

Macht mich ein Stoma anfälliger für Grippe oder Erkältungen?

Nein. Ein Stoma schwächt Ihr Immunsystem nicht und macht Sie nicht anfälliger für saisonale Erkrankungen. Es kann jedoch beeinflussen, wie Ihr Körper reagiert, sobald Sie erkrankt sind – insbesondere im Hinblick auf Ausscheidung und Flüssigkeitshaushalt.

Ist es normal, dass sich meine Ausscheidung verändert, wenn ich krank bin?

Ja. Eine Grippe mit Stoma geht häufig mit dünnflüssigerer oder vermehrter Ausscheidung einher (besonders bei einem Ileostoma) oder mit einer verlangsamten Ausscheidung bei nachlassendem Appetit (häufiger bei einem Kolostoma). Diese Veränderungen normalisieren sich in der Regel nach der Genesung wieder.

Was ist das größte Risiko im Umgang mit einer Erkrankung mit Stoma?

Dehydration – besonders bei einem Ileostoma, da hier ohnehin schon ein höherer Flüssigkeitsverlust über das Stoma besteht. Fieber, Erbrechen und eine verringerte Flüssigkeitsaufnahme während der Erkrankung können diesen Prozess beschleunigen, weshalb ausreichendes Trinken im Vordergrund stehen sollte.

Kann ich normale Erkältungs- und Grippemittel mit einem Stoma einnehmen?

Die meisten frei verkäuflichen Mittel sind unbedenklich, vermeiden Sie jedoch codeinhaltige Präparate, sofern Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt nichts anderes empfiehlt, da diese die Ausscheidung deutlich verlangsamen oder eindicken können. Auch magensaftresistente oder retardierte Tabletten können bei einem Ileostoma unverdaut ausgeschieden werden.

Wann sollte ich meine Stomapflegekraft oder Hausärztin bzw. Hausarzt kontaktieren?

Wenden Sie sich an sie, wenn Sie eine anhaltende Dehydration, einen plötzlichen Anstieg oder Rückgang der Ausscheidung, starkes Erbrechen oder starke Bauchschmerzen, mehrtägiges Fieber oder eine sich verschlechternde Hautreizung rund um das Stoma bemerken.

Sollte ich meinen Stomabeutel öfter wechseln, wenn ich krank bin?

Das kann notwendig sein, besonders wenn die Ausscheidung dünnflüssiger wird oder es häufiger zu Undichtigkeiten kommt. Ein ausleerbarer Beutel kann dies erleichtern, und eine regelmäßige Kontrolle der Haftung hilft, Ihre Haut zu schützen.