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Stomahernie: Ursachen, Symptome und Lösungen

Veränderungen rund um Ihr Stoma können verunsichern – vielleicht bemerken Sie eine Vorwölbung, Ihr Stoma wirkt anders oder die Versorgung sitzt nicht mehr richtig. Das könnte eine parastomale Hernie sein, eine häufige Folgeerscheinung nach einer Stomaoperation. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was eine parastomale Hernie ist, welche Symptome auftreten, wie sie entsteht, wie Sie Beschwerden lindern können und wann Sie ärztliche Hilfe brauchen.

Frau wandert in der NaturFrau wandert in der Natur

Was ist eine parastomale Hernie?

Eine parastomale Hernie, auch Stomabruch genannt, entsteht, wenn sich Gewebe oder Darmanteile durch eine Schwachstelle der Bauchwand im Bereich des Stomas nach außen vorwölben.

Die Ursache für eine Hernie ist meist eine Kombination aus einer geschwächten Muskulatur und einer erhöhten Belastung des betroffenen Bereichs. Bei der Anlage eines Stomas wird eine Öffnung durch die Bauchmuskulatur geschaffen, damit der Darm oder die Harnleiter an die Körperoberfläche geführt werden können. Dadurch entsteht eine natürliche Schwachstelle in der Bauchwand.

Nach der Stoma-Operation ist die Bauchwand in diesem Bereich anfälliger als zuvor. Steigt der Druck im Bauchraum (bsw. durch schweres Heben, Husten, Pressen oder Übergewicht) können Gewebe oder Darmanteile durch diese Schwachstelle nach außen gedrückt werden. Die Folge ist eine sichtbare oder tastbare Vorwölbung rund um das Stoma.

Parastomale Hernien gehören zu den häufigsten Langzeitkomplikationen nach einer Stomaoperation und sind kein Hinweis auf einen Behandlungsfehler. Viele Stomaträger und Stomaträger leben über Jahre hinweg beschwerdefrei oder mit nur geringen Einschränkungen und benötigen keine operative Behandlung.

Symptome einer parastomalen Hernie

Das häufigste Anzeichen ist eine Vorwölbung oder Schwellung rund um das Stoma.

Diese kann sich:

  • langsam über Wochen oder Monate entwickeln
  • plötzlich auftreten
  • im Tagesverlauf verändern

Typischerweise zeigt sich:

  • eine weiche Schwellung neben oder um das Stoma
  • ein Stoma, das größer oder flacher erscheint
  • eine Veränderung der Position des Stomas
  • eine Vorwölbung, die im Stehen deutlicher sichtbar wird und im Liegen kleiner erscheint

Viele Betroffene bemerken, dass die Schwellung nach körperlicher Aktivität stärker ausgeprägt ist.

Symptome, die auftreten können

Zusätzlich zu den sichtbaren Veränderungen können weitere Beschwerden auftreten, die individuell unterschiedlich ausgeprägt sind.

Dazu gehören:

  • ein Druck- oder Ziehgefühl im Bauchbereich 
  • ein Schweregefühl rund um das Stoma 
  • Schwierigkeiten, die Stomaversorgung sicher zu fixieren 
  • Blähgefühl oder Völlegefühl 
  • Veränderungen der Stomafunktion 
  • Beschwerden beim Husten, Heben oder Bewegen 

Viele Betroffene können trotz dieser Symptome ihren Alltag weiterhin gut bewältigen.

Mögliche Beschwerden

Die Beschwerden einer parastomalen Hernie können sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Betroffene bemerken lediglich eine sichtbare Vorwölbung rund um das Stoma, während andere zusätzlich unter körperlichen Beschwerden oder Problemen mit ihrer Stomaversorgung leiden.

Typische Anzeichen einer parastomalen Hernie sind:

  • ein Druck-, Spannungs- oder Schweregefühl im Bereich des Stomas
  • eine sichtbare oder tastbare Vorwölbung neben dem Stoma
  • Schwierigkeiten beim Anbringen der Stomaversorgung
  • häufigere Undichtigkeiten oder ein schlechterer Halt der Basisplatte
  • Blähungen oder ein verstärktes Völlegefühl
  • leichte bis mäßige Schmerzen bei Belastung
  • Veränderungen der gewohnten Ausscheidung

Viele Betroffene beschreiben insbesondere ein Ziehen oder Druckgefühl im Bauchbereich, das sich nach längerem Stehen, körperlicher Anstrengung oder dem Heben schwerer Gegenstände verstärken kann. Auch alltägliche Bewegungen wie Husten, Bücken oder Tragen werden teilweise als unangenehm empfunden.

Durch die veränderte Form der Bauchwand kann zudem die Versorgung schwieriger sitzen als gewohnt. Die Basisplatte haftet möglicherweise nicht mehr optimal, wodurch es häufiger zu Undichtigkeiten kommen kann. In solchen Fällen kann eine Anpassung der Versorgung durch eine Stomapflegekraft hilfreich sein.

Darüber hinaus berichten einige Stomaträger von Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder einem schnelleren Sättigungsgefühl. Gelegentlich kann sich auch die Funktion des Stomas verändern, sodass Ausscheidungen unregelmäßiger auftreten oder sich in Menge und Konsistenz verändern.

Wichtig zu wissen: Nicht jede parastomale Hernie verursacht Beschwerden. Viele Menschen leben über Jahre hinweg mit einer Hernie, ohne Schmerzen zu haben oder im Alltag eingeschränkt zu sein. Oft fällt die Hernie zunächst lediglich durch die sichtbare Vorwölbung auf.

Frau lacht am FensterFrau lacht am Fenster

Wie entsteht eine parastomale Hernie?

Die Ursache einer parastomalen Hernie liegt in einer Kombination aus einer anatomisch bedingten Schwachstelle der Bauchwand und einem erhöhten Druck im Bauchraum.

Bei der Anlage eines Stomas muss die Bauchmuskulatur an einer Stelle eröffnet werden, damit der Darm oder (je nach Stomaart) auch die Harnleiter durch die Bauchwand an die Körperoberfläche geführt werden können. Diese notwendige Öffnung führt dazu, dass in diesem Bereich dauerhaft eine strukturelle Schwachstelle der Bauchwand besteht.

Im weiteren Verlauf kann es durch alltägliche Belastungen zu einem zunehmenden Druck im Bauchraum kommen. Dieser Druck entsteht beispielsweise beim Husten, beim Heben schwerer Gegenstände, beim Pressen, bei körperlicher Aktivität oder auch durch Faktoren wie Übergewicht oder Verstopfung. An dieser vorbelasteten Stelle kann sich das Gewebe im Laufe der Zeit nach außen vorwölben.

So entsteht eine parastomale Hernie: Darmanteile oder Fettgewebe drücken sich durch die geschwächte Bauchwand im Bereich des Stomas und bilden eine sicht- oder tastbare Vorwölbung.

Eine parastomale Hernie ist in der Regel kein Hinweis auf einen Fehler bei der Operation, sondern eine bekannte und vergleichsweise häufige Langzeitfolge einer Stomaanlage. Viele Menschen entwickeln im Laufe der Zeit eine solche Hernie, ohne dass dies zwangsläufig zu starken Beschwerden oder einer Behandlungsnotwendigkeit führt.

Risikofaktoren für eine parastomale Hernie

Nicht jeder Stomaträger entwickelt eine parastomale Hernie. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die den Druck im Bauchraum erhöhen oder die Stabilität der Bauchwand beeinträchtigen und dadurch das Risiko für einen Stomabruch steigern können.

Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören:

  • regelmäßiges schweres Heben oder starkes Pressen, beispielsweise bei Verstopfung,
  • chronischer Husten, etwa bei COPD, Asthma oder Raucherhusten,
  • Übergewicht und eine dadurch erhöhte Belastung der Bauchwand,
  • mehrere vorausgegangene Bauchoperationen.

Darüber hinaus können auch Rauchen, eine unausgewogene Ernährung sowie bestimmte Erkrankungen oder Medikamente die Gewebestabilität beeinträchtigen. So kann beispielsweise eine langfristige Kortisontherapie das Bindegewebe schwächen und die Entstehung einer Hernie begünstigen. Auch das Alter spielt eine Rolle. Mit zunehmendem Lebensalter verliert das Gewebe an Elastizität und Widerstandskraft, wodurch die Bauchwand anfälliger für Vorwölbungen werden kann.

Oft entsteht eine parastomale Hernie nicht durch einen einzelnen Auslöser, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren über einen längeren Zeitraum.

Zur Vorbeugung von Hernien wird empfohlen, bei körperlicher Aktivität eine Stomabandage zu tragen. Sie stabilisiert die Muskulatur und kann so dem Entstehen einer Hernie vorbeugen. In Ruhephasen ist das Tragen hingegen nicht erforderlich.

Wann eine parastomale Hernie behandelt werden sollte

In den meisten Fällen ist eine parastomale Hernie nicht gefährlich. Viele Stomaträger leben über Jahre hinweg mit einer Hernie, ohne dass ernsthafte Komplikationen auftreten. Häufig verursacht sie lediglich eine sichtbare Vorwölbung oder leichte Beschwerden wie Druck- oder Spannungsgefühle im Bereich des Stomas.

Dennoch sollte eine parastomale Hernie regelmäßig beobachtet werden, da in seltenen Fällen Komplikationen auftreten können, die eine zeitnahe medizinische Behandlung erfordern.

Eingeklemmte Hernie (Inkarzeration)

Von einer eingeklemmten Hernie spricht man, wenn Darmgewebe in der Bruchlücke feststeckt und nicht mehr frei zurückgleiten kann. Dies kann die Darmfunktion beeinträchtigen und Beschwerden verursachen.

Typische Anzeichen sind:

  • plötzlich zunehmende Schmerzen im Bereich des Stomas,
  • eine stärker werdende oder verhärtete Vorwölbung,
  • Übelkeit oder Unwohlsein,
  • Veränderungen der Ausscheidung oder verminderte Stomaaktivität.

Eine eingeklemmte Hernie stellt zwar nicht immer einen akuten Notfall dar, sollte jedoch zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Ohne Behandlung kann sich daraus eine schwerwiegendere Komplikation entwickeln.

Abgeschnürte Hernie (Strangulation)

Besonders ernst wird es, wenn die Blutversorgung des eingeklemmten Darmabschnitts eingeschränkt oder vollständig unterbrochen wird. Mediziner sprechen dann von einer Strangulation. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der umgehend behandelt werden muss.

Warnzeichen können sein:

  • starke, plötzlich einsetzende Schmerzen,
  • eine dunkelrote, violette oder schwarze Verfärbung des Stomas,
  • eine harte, gespannte Schwellung,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • ein vollständiges Ausbleiben der Ausscheidung.

Treten diese Symptome auf, sollten Sie unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Leben mit einer parastomalen Hernie

Eine parastomale Hernie bedeutet nicht automatisch, dass eine Operation notwendig ist. Tatsächlich können die meisten Betroffenen ihre Hernie über viele Jahre hinweg erfolgreich konservativ, also ohne chirurgischen Eingriff, behandeln. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, Komplikationen vorzubeugen und den Alltag möglichst uneingeschränkt zu gestalten.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Anpassung der Stomaversorgung. Durch die veränderte Form der Bauchwand kann es notwendig werden, auf eine andere Versorgung oder eine individuell angepasste Basisplatte umzusteigen. Eine Stomapflegekraft kann dabei helfen, eine passende Lösung zu finden und die Versorgungssicherheit zu verbessern.

Auch spezielle Stützgürtel können hilfreich sein. Sie unterstützen die Bauchwand, verteilen den Druck gleichmäßiger und können sowohl Beschwerden als auch das Fortschreiten der Hernie reduzieren. Viele Betroffene empfinden diese Unterstützung insbesondere bei längeren Aktivitäten oder körperlicher Belastung als angenehm.

Darüber hinaus können zusätzliche Hautschutzprodukte den Halt der Versorgung verbessern. Besonders bewährt haben sich:

Diese Hilfsmittel können dazu beitragen, Unebenheiten auszugleichen und Undichtigkeiten vorzubeugen.

Ganz wichtig: Bei einer Hernie sollten ausschließlich weiche, anschmiegsame Materialien zur Stomaversorgung verwendet werden. Auf druckausübende Materialien (wie konvexe Produkte) sollte verzichtet werden, da sie zu Druckstellen führen können.

Ebenso wichtig ist die regelmäßige Selbstbeobachtung. Kontrollieren Sie Ihre Hernie in regelmäßigen Abständen und achten Sie insbesondere auf:

  • Veränderungen der Größe oder Form,
  • neue oder zunehmende Schmerzen,
  • Veränderungen der Ausscheidung,
  • Probleme mit der Stomaversorgung,
  • Verfärbungen oder Verhärtungen im Bereich der Vorwölbung.

In den meisten Fällen lässt sich eine parastomale Hernie mit der richtigen Versorgung, geeigneten Hilfsmitteln und einigen Anpassungen im Alltag gut bewältigen. Sollten sich die Beschwerden verschlimmern oder Unsicherheiten auftreten, ist Ihre Stomapflegekraft oder Ihr behandelnder Arzt die beste Anlaufstelle.

Möglichkeiten der operativen Behandlung

Nicht jede parastomale Hernie muss operiert werden. Da viele Hernien über lange Zeit stabil bleiben und nur geringe Beschwerden verursachen, wird zunächst meist eine konservative Behandlung empfohlen. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine operative Versorgung sinnvoll oder notwendig sein kann.

Eine Hernienoperation kann beispielsweise in Betracht gezogen werden, wenn:

  • starke oder anhaltende Schmerzen auftreten,
  • die Hernie im Laufe der Zeit deutlich größer wird,
  • die Stomaversorgung aufgrund der veränderten Bauchform nicht mehr zuverlässig haftet,
  • die Lebensqualität im Alltag spürbar eingeschränkt ist,
  • wiederholt Komplikationen wie Einklemmungen oder Stomaprobleme auftreten.

Ziel der Operation ist es, die Schwachstelle der Bauchwand zu stabilisieren und Beschwerden zu reduzieren. Dabei kommen unterschiedliche Operationsverfahren zum Einsatz, die individuell auf die Situation der Betroffenen abgestimmt werden.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass auch eine Hernienoperation mit Risiken verbunden sein kann. Dazu gehören unter anderem Wundheilungsstörungen, Komplikationen nach dem Eingriff oder das erneute Auftreten der Hernie zu einem späteren Zeitpunkt.

Ob eine Operation sinnvoll ist, sollte daher immer gemeinsam mit dem behandelnden Chirurgen sowie dem Stomatherapie-Team sorgfältig abgewogen werden. Dabei werden sowohl die Beschwerden als auch die individuelle Lebenssituation und mögliche Risiken berücksichtigt.

So können Sie eine parastomale Hernie im Alltag unterstützen

Auch wenn sich eine parastomale Hernie nicht immer verhindern oder rückgängig machen lässt, können Sie durch einige Maßnahmen dazu beitragen, Beschwerden zu reduzieren und ein Fortschreiten der Hernie möglichst zu vermeiden.

Druck auf die Bauchwand reduzieren

Da ein erhöhter Druck im Bauchraum die Hernie zusätzlich belasten kann, sollten Sie versuchen, unnötige Belastungen zu vermeiden. Verzichten Sie möglichst auf das Heben schwerer Lasten und nutzen Sie bei Bedarf einen geeigneten Stütz- oder Herniengürtel. Auch starkes Pressen, beispielsweise bei Verstopfung, sollte vermieden werden.

Um den Darm in Bewegung zu halten, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • ausreichend trinken,
  • ballaststoffreiche Ernährung (sofern verträglich),
  • regelmäßige körperliche Bewegung.

Leiden Sie unter chronischem Husten, sollte dieser ärztlich abgeklärt und behandelt werden, da wiederholtes Husten die Bauchwand zusätzlich belastet. Auch ein gesundes Körpergewicht kann dazu beitragen, den Druck auf die Bauchwand zu reduzieren. Bereits kleinere Gewichtsveränderungen können hier einen positiven Effekt haben.

In Bewegung bleiben

Regelmäßige Bewegung ist wichtig und kann dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Empfehlenswert sind vor allem gelenkschonende Aktivitäten wie:

  • Spaziergänge,
  • Schwimmen,
  • leichtes Dehnen,
  • sanfte Bewegungs- und Mobilisationsübungen.

Auf intensive Bauchmuskelübungen, schweres Krafttraining oder Sportarten mit hoher körperlicher Belastung sollten Sie hingegen verzichten, sofern diese nicht ausdrücklich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin empfohlen wurden.

Auf eine ausgewogene Ernährung achten

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die allgemeine Gesundheit und kann zur Stabilität von Muskeln und Gewebe beitragen. Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit:

  • Eiweiß,
  • Vitaminen,
  • Mineralstoffen.

Darüber hinaus sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, um Verstopfungen vorzubeugen und den Darm möglichst wenig zu belasten.

Die Hernie regelmäßig beobachten

Kontrollieren Sie Ihre Hernie regelmäßig und achten Sie auf mögliche Veränderungen. Besonders wichtig sind:

  • eine Zunahme der Größe oder Vorwölbung,
  • neu auftretende oder stärkere Schmerzen,
  • Verfärbungen im Bereich des Stomas,
  • Veränderungen bei der Haftung der Stomaversorgung,
  • Probleme bei der Ausscheidung.

Kleinere Veränderungen entwickeln sich oft langsam und sind nicht zwangsläufig besorgniserregend. Sollten sich Beschwerden jedoch plötzlich verschlimmern oder neue Symptome auftreten, empfiehlt sich eine zeitnahe ärztliche Abklärung.

Mit der richtigen Versorgung, einer angepassten Lebensweise und regelmäßiger Beobachtung können viele Menschen trotz parastomaler Hernie ein aktives und weitgehend beschwerdefreies Leben führen.

Wann sollten Sie medizinische Hilfe suchen?

Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn:

  • die Hernie deutlich größer wird,
  • neue Schmerzen auftreten,
  • die Versorgung nicht mehr sicher haftet,
  • Übelkeit oder Erbrechen auftreten,
  • Sie sich allgemein krank fühlen.

Suchen Sie sofort medizinische Hilfe auf, wenn:

  • starke Schmerzen auftreten,
  • das Stoma seine Farbe verändert,
  • keine Ausscheidung mehr erfolgt,
  • die Schwellung plötzlich zunimmt.

FAQ: Parastomale Hernien

Was ist eine parastomale Hernie? 

Eine parastomale Hernie ist ein Eingeweidebruch, der sich rund um das Stoma bildet. Sie entsteht, wenn Darmabschnitte oder anderes Bauchgewebe durch eine Schwachstelle in der Bauchmuskulatur (genau dort, wo das Stoma angelegt wurde) nach außen drücken. Dies zeigt sich häufig als sichtbare Vorwölbung oder Ausbuchtung rund um das Stoma. Parastomale Hernien gehören zu den häufigsten Komplikationen nach einer Stomaoperation und können sowohl kurz nach dem Eingriff als auch Jahre später auftreten.

Welche Symptome treten bei einer parastomalen Hernie auf?

Die Symptome einer parastomalen Hernie können je nach Schweregrad sehr unterschiedlich sein. Häufige Anzeichen sind eine sichtbare Vorwölbung rund um das Stoma, die sich im Stehen oder beim Pressen vergrößert und im Liegen oft zurückgeht, sowie ein Druckgefühl oder Ziehen im Bauch. Manche Betroffene berichten auch von Schwierigkeiten beim Anbringen des Stomabeutels, da sich die Form des Stomas durch die Hernie verändern kann. In seltenen Fällen kann es zu Schmerzen, Übelkeit oder einer Einklemmung des Gewebes kommen: dann ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig.

Kann man eine parastomale Hernie ohne Operation behandeln?

Ja, in vielen Fällen (vor allem bei kleineren Hernien ohne starke Beschwerden) ist zunächst eine konservative Behandlung möglich. Spezielle Stomagürtel oder Hernienversorgungsgürtel können die Bauchwand stabilisieren, das Voranschreiten der Hernie verlangsamen und den Tragekomfort deutlich verbessern. Außerdem ist es wichtig, schweres Heben zu vermeiden und die Bauchmuskulatur gezielt (aber behutsam) zu stärken. Ob und wann eine Operation sinnvoll ist, entscheidet sich individuell und sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen werden.

Was ist eine große parastomale Hernie?

Von einer großen parastomalen Hernie spricht man, wenn sich ein erheblicher Teil des Bauchgewebes oder Darms durch die Schwachstelle in der Bauchmuskulatur vorwölbt und die Ausbuchtung deutlich sichtbar sowie tastbar ist. Große Hernien können den Alltag spürbar beeinträchtigen: Die Versorgung des Stomas wird schwieriger, der Beutel sitzt schlechter und das Risiko von Komplikationen wie einer Einklemmung steigt. In solchen Fällen wird häufiger eine operative Versorgung in Betracht gezogen, um die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu verbessern.

Das Wichtigste auf einen Blick

Eine parastomale Hernie ist eine häufige Folge einer Stomaanlage und meist kein Grund zur Sorge.

Typische Anzeichen sind:

  • eine sichtbare Vorwölbung,
  • Druckgefühl,
  • Veränderungen bei der Versorgung.

Die meisten Hernien lassen sich ohne Operation gut behandeln.

Wichtig sind:

  • regelmäßige Kontrolle,
  • passende Stomaversorgung,
  • Vermeidung von Druck auf die Bauchwand,
  • frühzeitige Reaktion auf Warnzeichen.

Bei starken Schmerzen, Verfärbungen des Stomas oder einem vollständigen Ausbleiben der Ausscheidung sollten Sie jedoch umgehend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.