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Was ist eine Ileostomie: Was Sie wissen müssen

Eine Ileostomie ist eine Operation, bei der der Dünndarm (genauer gesagt Ileum) an die Körperoberfläche gebracht wird. Das Ergebnis ist ein Stoma: eine Öffnung in der Bauchdecke, durch die Ausscheidungen in einen speziellen Beutel gelangen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige: wie die Operation abläuft, welche Arten es gibt, wie Sie sich ernähren und Ihr Stoma pflegen – plus praktische Tipps für Sport und Alltag.

Wann ist eine Ileostomie notwendig?

Eine Ileostomie wird angelegt, wenn der Dickdarm ganz oder teilweise entfernt werden muss. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
  • Darmkrebs
  • Divertikulitis
  • Schwere Bauchverletzungen oder Unfälle
  • Angeborene Fehlbildungen

Wie verläuft die Operation?

Der Chirurg macht einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke und führt das Ende des Dünndarms nach außen. Dort wird es mit der Haut vernäht. Direkt nach dem Eingriff befestigt er einen durchsichtigen Stomabeutel, der die Ausscheidungen auffängt. Je nach Situation wird die Operation offen oder per Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) durchgeführt.

 

Arten von Ileostomien

Endständige Ileostomie

Das ist die häufigste Form. Dabei wird der gesamte Dickdarm entfernt, dauerhaft und ohne Möglichkeit zur Wiederherstellung. Das Stoma befindet sich meist im rechten Unterbauch. Da der Dickdarm fehlt, der normalerweise Wasser aus dem Stuhl aufnimmt, sind die Ausscheidungen flüssiger als gewohnt. Das ist vollkommen normal.

Doppelläufige Ileostomie

Diese Art ist meist nur vorübergehend. Sie dient dazu, bestimmte Darmabschnitte zu entlasten und ihre Heilung zu ermöglichen. Das Stoma hat zwei Öffnungen, wobei nur eine die Ausscheidungen in den Beutel leitet. Ist der Darm verheilt, kann das Stoma in einer weiteren Operation wieder zurückverlagert werden.

Die ersten Wochen nach der Operation

Die Anpassung an ein Stoma ist emotional und körperlich eine Herausforderung. Manche Menschen erleben endlich Schmerzfreiheit und neue Lebensqualität; andere haben anfangs Schwierigkeiten damit, den veränderten Körper zu akzeptieren. Beides ist völlig normal.

Ein Stoma macht Ihren Körper nicht weniger wert oder weniger schön. Es ist normal, dass die Gewöhnung Zeit braucht. Psychologische Beratung und Selbsthilfegruppen können helfen, mit den eigenen Gefühlen umzugehen und neues Selbstvertrauen zu finden.

Frau prüft ihre Stoma-Versorgung im SpiegelFrau prüft ihre Stoma-Versorgung im Spiegel

Ernährung mit Ileostomie

Sie müssen nicht auf Ihre Lieblingsgerichte verzichten. Die meisten Menschen essen nach dem Eingriff bald wieder ganz normal; was Sie vorher vertragen haben, verträgt Ihr Körper in der Regel auch danach.

Am wichtigsten ist, auf Ihren Körper zu hören und zu beobachten, was Ihnen guttut. Manche Lebensmittel können Blähungen, Geruch oder flüssigere Ausscheidungen verursachen; das ist aber von Person zu Person verschieden.

Tipps zur Ernährung:

  • Essen Sie ausgewogen und bevorzugen Sie leicht verdauliche Lebensmittel
  • Trinken Sie täglich etwa 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit
  • Kauen Sie gründlich und nehmen Sie sich Zeit beim Essen
  • Essen Sie mehrmals am Tag in regelmäßigen Abständen
  • Bereiten Sie Speisen fettarm und schonend zu
  • Bewegen Sie sich regelmäßig: das unterstützt die Verdauung
  • Achten Sie auf stabiles Körpergewicht, da starke Schwankungen die Position des Stomas verändern können

Dehydrierung vermeiden: Besonders wichtig!

Bei einer Ileostomie ist ausreichend Flüssigkeit besonders wichtig. Der Dickdarm, der normalerweise den Großteil des Wassers aufnimmt, ist nicht mehr vorhanden. Das bedeutet: Ihr Körper verliert mehr Flüssigkeit als vorher.

Achten Sie auf diese Anzeichen einer Dehydrierung:

  • Kopfschmerzen
  • Erhöhter Durst
  • Trockener Mund
  • Dunkler Urin
  • Müdigkeit und Konzentrationsprobleme

Stomapflege und Hygiene

Eine gute Stomapflege ist essenziell, um Hautreizungen und Infektionen zu vermeiden. Die Haut um das Stoma ist empfindlich, da sie durch den regelmäßigen Wechsel der Basisplatte und eventuell austretende Ausscheidungen beansprucht wird.

So pflegen Sie Ihr Stoma richtig:

  • Reinigen Sie das Stoma und die umgebende Haut sanft mit warmem Wasser
  • Vermeiden Sie parfümierte Seifen, Lotionen und Cremes, diese reizen die Haut
  • Tupfen Sie die Haut nach dem Waschen sanft trocken
  • Wechseln Sie Ihre Stomabeutel regelmäßig
  • Beobachten Sie Ihre Haut auf Rötungen oder Reizungen

Wenn die Haut bereits gereizt ist, können spezielle Hautschutzlotionen helfen. Unterwegs können unparfümierte Feuchttücher nützlich sein, aber nur als Notlösung. Bei anhaltenden Hautproblemen sprechen Sie mit Ihrer Stomapflegekraft.

Sport und körperliche Aktivität

Sport ist wichtig, auch mit Stoma. Nach einer angemessenen Erholungsphase (direkt nach der Operation sollten Sie sich ausruhen) können Sie fast jede Sportart ausüben, bei der Sie sich wohlfühlen.

Tipps für Sport mit Stoma:

  • Verwenden Sie eine Stomabandage oder stützende Kleidung – das gibt Sicherheit und reduziert das Risiko von Hernien
  • Fangen Sie langsam an und steigern Sie sich gradual
  • Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit
  • Extremsportarten wie Kampfsport oder extremes Gewichtheben sollten Sie mit Ihrem Arzt absprechen

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Häufig gestellte Fragen (FAQ): Ileostomie

Was ist eine Ileostomie?

Eine Ileostomie ist ein chirurgisch angelegtes Stoma (Öffnung), durch das der Dünndarm nach außen gebracht wird. Das Wort "Stoma" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Öffnung". Die Operation wird notwendig, wenn der Dickdarm ganz oder teilweise entfernt werden muss; etwa bei entzündlichen Darmerkrankungen, Darmkrebs oder Trauma. Ausscheidungen gelangen durch das Stoma direkt in einen speziellen Beutel.

Was ist der Unterschied zwischen Kolostoma und Ileostoma?

Der wesentliche Unterschied liegt in der Art und dem Rhythmus der Ausscheidung. Bei einem Kolostoma wird der Dickdarm (Kolon) verwendet – die Ausscheidungen sind fester und treten weniger häufig auf, oft nur einmal täglich. Die Kontinenz ist teilweise möglich.

Bei einem Ileostoma wird der Dünndarm (Ileum) verwendet – die Ausscheidungen sind dünnflüssiger und treten kontinuierlich auf, mehrmals täglich. Das liegt daran, dass der Dickdarm, der normalerweise Wasser aufnimmt, nicht mehr vorhanden ist. Ein Ileostoma erfordert daher ständig einen Stomabeutel.

Kolostomien sind oft weniger auswirkungsreich auf die Ernährung, während Ileostoma-Träger besonders auf Flüssigkeitszufuhr achten müssen.

Was darf man bei Ileostoma nicht essen?

Es gibt keine pauschale "Verbotsliste". Das Wichtigste ist herauszufinden, was bei Ihnen persönlich gut funktioniert. Jeder Körper reagiert unterschiedlich.

Allgemein sollten Sie vorsichtig sein mit:

  • Ballaststoffreichem Rohgemüse (vor allem Sellerie, Spargel)
  • Nüssen und Samen
  • Mais und Popcorn
  • Schalen und schwer verdaulichen Lebensmitteln

Diese Lebensmittel können zu Blähungen, unangenehmen Gerüchen oder Verstopfung führen – aber nicht bei jedem! Manche Menschen vertragen sie ausgezeichnet.

Führen Sie ein Ernährungstagebuch. So erkennen Sie mit der Zeit, welche Lebensmittel Ihnen guttun und welche nicht. Was Sie vor der Operation problemlos gegessen haben, werden Sie meist auch danach gut vertragen.

Wie ist der Stuhlgang bei Ileostoma?

Der Stuhlgang bei einem Ileostoma ist völlig anders als bei Menschen ohne Stoma:

  • Kontinuierlich: Das Stoma produziert ständig Ausscheidungen – nicht nur zu bestimmten Zeiten
  • Dünnflüssig: Die Konsistenz ist breiartig bis dünnflüssig, da der Dickdarm (der normalerweise Wasser aufnimmt) fehlt
  • Häufig: Es können mehrmals täglich Ausscheidungen auftreten – das ist völlig normal
  • Keine Kontrolle: Anders als bei Kolostomien haben Sie bei einem Ileostoma keine Kontrolle über den Zeitpunkt – deshalb brauchen Sie ständig einen Stomabeutel

Die genaue Menge und Häufigkeit ist individuell und hängt von Ihrer Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Ihrem Stoffwechsel ab. Es ist wichtig, dass Sie ausreichend trinken, da der Dickdarm nicht mehr da ist, um Wasser aufzunehmen – sonst besteht das Risiko einer Dehydrierung.