

Grundlagen: Unsere Haut
Die Haut ist viel mehr als nur die äußere Hülle unseres Körpers. Sie ist unser größtes Organ und erfüllt zahlreiche wichtige Aufgaben – oft, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
Schutzschild und Sinnesorgan
Unsere Haut schützt uns vor äußeren Einflüssen wie Kälte, Hitze, Keimen und schädlichen Umwelteinflüssen. Gleichzeitig ist sie ein hochsensibles Sinnesorgan: Über unzählige Nervenenden nehmen wir Berührungen, Temperatur und Schmerz wahr.
Spiegel unserer Gesundheit
Oft zeigt die Haut, wie es uns wirklich geht. Stress, Schlafmangel, Ernährung oder hormonelle Veränderungen hinterlassen sichtbare Spuren. Hautveränderungen sind deshalb nicht nur oberflächlich, sondern können auch Hinweise auf innere Ungleichgewichte geben.
Aufbau der Haut
Die Haut funktioniert in gewisser Weise wie eine Gore-Tex-Jacke: Sie schützt vor äußeren Einflüssen, ist aber gleichzeitig selektiv durchlässig. Unter dem Mikroskop lassen sich drei Hautschichten unterscheiden: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut.
- Oberhaut (Epidermis): Die äußerste Schicht schützt vor Umwelteinflüssen, Keimen und Austrocknung. Ihre oberste Lage, die Hornschicht, erneuert sich kontinuierlich. In der Epidermis befinden sich außerdem Pigmentzellen, die für die Hautfarbe verantwortlich sind.
- Lederhaut (Dermis): In dieser Schicht liegt das funktionelle Zentrum der Haut. Sie enthält Blutgefäße, Nerven, Schweiß- und Talgdrüsen sowie Haarwurzeln. Die Dermis versorgt die Oberhaut mit Nährstoffen und sorgt durch Kollagenfasern für Elastizität und Spannkraft.
- Unterhaut (Subkutis): Die tiefste Schicht besteht überwiegend aus Fettgewebe. Sie dient als Energiespeicher, Polsterung und Wärmeschutz. Zudem verlaufen hier größere Blutgefäße.
Ihr Stoma und die peristomale Haut
Was ist ein Stoma?
Ein Stoma ist eine chirurgisch angelegte Öffnung in der Bauchdecke, über die Darm oder Harnwege nach außen geleitet werden.
Das Stoma selbst besitzt keine schmerzempfindlichen Nerven und verursacht daher normalerweise keine Schmerzen bei Berührung oder der Versorgung. Die Haut rund um das Stoma ist dagegen empfindlich, da sie ständig mit Haftmaterialien und Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Deshalb ist eine sorgfältige und hautschonende Pflege besonders wichtig.
Warum braucht peristomale Haut besondere Pflege?
Die Haut rund um das Stoma ist besonderen Belastungen ausgesetzt. Die Versorgung haftet dauerhaft auf der Haut, Feuchtigkeit kann sich ansammeln und auch Stuhl oder Urin können die Haut reizen, wenn sie unter die Versorgung gelangen. Zusätzlich belastet jeder Versorgungswechsel die Haut mechanisch, da die Hautschutzplatten regelmäßig entfernt werden.
Da Ausscheidungen außerdem einen anderen pH-Wert als die natürliche Hautoberfläche haben, ist die peristomale Haut besonders anfällig für Reizungen, Entzündungen und Hautschäden. Deshalb ist eine konsequente und möglichst schonende Stomapflege besonders wichtig.
Gesunde Haut oder Hautreizung? Darauf sollten Sie achten
So sieht gesunde peristomale Haut aus
Gesunde Haut rund um das Stoma sollte der übrigen Bauchhaut möglichst ähnlichsehen. Direkt nach dem Entfernen der Versorgung kann sie kurzfristig leicht gerötet oder rosig erscheinen – diese Verfärbung sollte jedoch schnell wieder abklingen.
Grundsätzlich sollte die peristomale Haut trocken, intakt und frei von anhaltenden Rötungen, Ausschlägen, Schwellungen oder offenen Stellen sein.
Warnsignale: Wann die Haut Aufmerksamkeit braucht
Kontrollieren Sie die Haut rund um Ihr Stoma bei jedem Versorgungswechsel sorgfältig. Frühe Veränderungen oder Reizungen lassen sich meist deutlich einfacher behandeln als bereits fortgeschrittene Hautprobleme.
Achten Sie insbesondere auf:
- anhaltende Rötungen
- Brennen oder Juckreiz
- Hautausschläge oder Pusteln
- nässende Stellen
- Schwellungen
- Hautrisse oder Blutungen
- weiße, schuppige Hautbereiche
- unangenehme Gerüche, die über den normalen Stuhlgeruch hinausgehen
Entscheidend ist, frühe Anzeichen rechtzeitig zu erkennen. Leichte Hautreizungen lassen sich meist gut behandeln und schnell in den Griff bekommen. Werden erste Symptome jedoch ignoriert, können sich daraus größere Probleme entwickeln.


So pflegen Sie Ihr Stoma richtig: Die tägliche Stomapflege
Schritt 1: Sanfte Reinigung
Reinigen Sie die Haut bei jedem Versorgungswechsel. Zur Reinigung reicht meist lauwarmes Wasser vollkommen aus. Verwenden Sie ein weiches Tuch oder eine Kompresse und reinigen Sie die Haut vorsichtig, ohne zu reiben.
Falls zusätzliche Reinigungsprodukte notwendig sind, sollten diese pH-neutral, parfumfrei sowie frei von Ölen und rückfettenden Inhaltsstoffen sein. Viele Seifen oder Cremes können die natürliche Hautbarriere beeinträchtigen und gleichzeitig die Haftung der Versorgung verschlechtern.
Viele Anwender berichten, dass eine einfache Reinigung mit Wasser die Haut langfristig am wenigsten belastet.
Schritt 2: Haut gründlich trocknen
Feuchtigkeit zählt zu den häufigsten Ursachen für Hautprobleme rund um das Stoma. Besonders unter der Basisplatte kann sich schnell Nässe ansammeln, die die Haut reizt und die Haftung der Versorgung beeinträchtigen kann.
Tupfen Sie die Haut nach der Reinigung daher vorsichtig trocken, anstatt zu reiben, um zusätzliche Irritationen zu vermeiden. Wenn möglich, lassen Sie die Haut kurz an der Luft trocknen.
Achten Sie besonders auf Hautfalten oder Vertiefungen am Bauch, da sich dort Feuchtigkeit leicht sammeln kann. Bevor die neue Versorgung angebracht wird, sollte die Haut vollständig trocken sein.
Schritt 3: Haut regelmäßig kontrollieren
Kontrollieren Sie bei jedem Versorgungswechsel die gesamte Hautfläche unter der Basisplatte sorgfältig und achten Sie auf Veränderungen im Vergleich zum letzten Wechsel.
Früh erkannte Hautprobleme lassen sich meist schneller und einfacher behandeln. Da Sie Ihre Haut am besten kennen, fallen Ihnen Veränderungen oft frühzeitig auf. Achten Sie besonders auf Rötungen, Nässen, Juckreiz, Schwellungen oder wunde Stellen.
Schritt 4: Der Haut Pausen gönnen
Wenn es Ihre Versorgungssituation erlaubt, kann eine kurze versorgungsfreie Zeit die Haut entlasten. Bereits wenige Minuten an der Luft können helfen, Feuchtigkeit zu reduzieren und die Hautpflege zu unterstützen.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass dies nicht für alle Stomaarten gleichermaßen möglich ist: Bei einer Kolostomie kann eine kurze versorgungsfreie Phase in der Regel eher umgesetzt werden, sofern keine unmittelbare Ausscheidung erfolgt. Bei einer Ileostomie oder einem Urostoma ist eine längere versorgungsfreie Zeit hingegen oft nur schwer möglich, da diese Stomata kontinuierlich Ausscheidungen produzieren und die Versorgung daher in der Regel durchgehend erforderlich ist.
Diese kurzen Erholungsphasen fördern die Luftzirkulation, reduzieren Feuchtigkeit und können helfen, die Haut langfristig gesund zu halten.
Gereizte Haut rund um das Stoma behandeln
Wenn die Haut bereits gereizt ist, sollte die Ursache möglichst schnell erkannt werden.
Ursachen erkennen
Hautprobleme entstehen häufig, wenn die Basisplatte nicht optimal sitzt. Die Öffnung sollte weder zu groß noch zu klein sein. Ist sie zu weit ausgeschnitten, können Ausscheidungen auf die Haut gelangen und Reizungen verursachen. Ist sie zu eng, entsteht unnötiger Druck auf das umliegende Gewebe.
Kontrollieren Sie außerdem die Rückseite der entfernten Versorgung. Rückstände von Stuhl oder Urin können auf Undichtigkeiten hinweisen – eine häufige Ursache für Hautprobleme rund um das Stoma.
Auch das Entfernen der Versorgung beeinflusst den Hautzustand. Wird der Hautschutz zu schnell oder ruckartig abgezogen, kann die Haut zusätzlich belastet oder verletzt werden. Viele Menschen empfinden langsames Ablösen oder die Verwendung eines Pflasterentferners als deutlich hautschonender.
In manchen Fällen reagieren Haut und Gewebe auch empfindlich auf neue Produkte oder Materialien. Wenn Hautreizungen nach einem Produktwechsel auftreten, kann es sinnvoll sein, vorübergehend zur bisherigen Versorgung zurückzukehren und fachlichen Rat einzuholen.
Sofortmaßnahmen bei gereizter Haut
Wenn die Haut bereits empfindlich oder wund ist, helfen oft einfache Maßnahmen:
- neue Produkte vorübergehend absetzen
- die Haut nur mit Wasser reinigen
- die Versorgung häufiger wechseln
- die Haut besonders gründlich trocknen
- möglichst viel Luft an die Haut lassen
In vielen Fällen reicht diese einfache Basisroutine bereits aus, damit sich die Haut wieder beruhigt.
Hautschutzprodukte für die Stomapflege
Bei stärkeren Hautreizungen oder wiederkehrenden Undichtigkeiten können spezielle Hautschutzprodukte sinnvoll sein. Diese Produkte bilden eine zusätzliche Schutzschicht zwischen Haut und Versorgung oder gleichen Unebenheiten aus.
Zu den häufig verwendeten Produkten gehören:
- Hautschutzringe oder Dichtungsringe
- Stomapasten
- Hautschutzsprays
- Hautschutzpuder
Sie kommen häufig dann zum Einsatz, wenn die Haut bereits gereizt ist, die Stomaform das Anbringen erschwert oder Unebenheiten rund um das Stoma bestehen.
Spezielle Hautprobleme rund um das Stoma
Schleimhautablösung
Bei einer Schleimhautablösung kommt es zu einer Trennung der genähten Verbindung zwischen dem Stoma und der umgebenden Haut. Dieses Komplikationsbild tritt meist innerhalb der ersten 30 Tage nach der Stomaanlage auf und betrifft vor allem Personen, deren Wundheilung durch Faktoren wie Diabetes, Mangelernährung oder Infektionen beeinträchtigt ist.
Auch wenn das Erscheinungsbild zunächst beunruhigend wirken kann, heilt eine Schleimhautablösung in der Regel gut und unkompliziert ab. Ihre Stomapflegekraft unterstützt Sie bei der Versorgung des betroffenen Bereichs. Besonders wichtig ist es, die Stelle sauber und trocken zu halten. Häufig werden spezielle Stomapasten oder -puder eingesetzt, die den betroffenen Bereich auffüllen und die Heilung gezielt unterstützen.
Irritierte peristomale Haut
Hautreizungen im Bereich des Stomas sind relativ häufig und können unterschiedliche Ursachen haben. Zeigt sich die Haut gerötet, empfindlich oder sogar offen, können kleine Hautschäden entstehen, die mit Schmerzen und erheblichem Unwohlsein verbunden sein können.
In solchen Fällen ist es wichtig, frühzeitig Ihre Stomapflegekraft zu kontaktieren. Gemeinsam kann die Ursache der Hautprobleme ermittelt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden, um die Heilung zu fördern und Beschwerden zu lindern.
Für die Pflege stehen speziell entwickelte medizinische Produkte zur Verfügung, die die Haut beruhigen und schützen. Bitte verwenden Sie keine handelsüblichen Cremes oder Lotionen, sofern diese nicht ausdrücklich für die Stomapflege empfohlen oder ärztlich verordnet wurden, da sie die Haut zusätzlich reizen oder die Haftung der Versorgung beeinträchtigen können.
Ursachen für irritierte Haut
- Eine schlecht sitzende Stomaversorgung
- Unebene Hautoberflächen durch Narben oder Hautfalten nach Operationen
- Übermäßiges Schwitzen bzw. erhöhte Feuchtigkeit, die die Haftung beeinträchtigen kann
- Zu häufiges Wechseln der Versorgung, wodurch die Haut mechanisch belastet wird
- Starker Stomaausfluss, der das Hautschutzmaterial angreift
- Bereits bestehende Hautreizungen
- Kontaktdermatitis (Allergie) auf Bestandteile der Stomaversorgung
Erste Hilfe bei wunder Haut
Im Folgenden finden Sie Maßnahmen, die bei gereizter Haut unterstützen können:
- Messen Sie die Stomaöffnung erneut aus, um eine optimal sitzende Versorgung sicherzustellen.
- Verwenden Sie ein Pflasterentfernerspray, um die Versorgung schonend zu entfernen.
- Nutzen Sie Hautschutzpuder (z. B. STOMOCUR® Hautschutzpuder) oder Hautschutzlotion (z. B. STOMOCUR® Safety) auf feuchter, gereizter Haut.
- Barrierecremes können kurzfristig zur Unterstützung eingesetzt werden.
- Verwenden Sie nicht-brennende Stomapasten, um Unebenheiten auszugleichen und die Haftung zu verbessern.
- In geeigneten Fällen kann eine Versorgung mit Alginat die Haut beruhigen.
- Bei bestehenden Hauterkrankungen (z. B. Schuppenflechte oder Ekzemen) kann in Rücksprache mit dem Arzt eine kleine Menge der verordneten Creme eingesetzt werden.
Pyoderma gangraenosum
Pyoderma gangraenosum ist eine seltene, aber behandelbare Hauterkrankung, die sich durch brüchige, nässende Haut sowie schmerzhafte Wunden oder Geschwüre rund um das Stoma äußern kann. Typisch sind dabei oft dunkle Ränder um die betroffenen Stellen.
Ausgelöst werden kann die Erkrankung unter anderem durch Hautverletzungen, beispielsweise durch Druck oder Trauma infolge einer zu engen Versorgung oder nach Operationen. In einigen Fällen besteht ein Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie entzündlichen Darmerkrankungen oder Arthritis. Häufig bleibt die genaue Ursache jedoch unklar.
Obwohl die Erkrankung behandelbar ist, gestaltet sich die Therapie oft komplex und erfordert mehrere Schritte. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist daher entscheidend, um eine angemessene Behandlung einzuleiten und ein Fortschreiten zu verhindern.
Pilzinfektionen (Mykose)
Bei einer Mykose zeigen sich häufig weißlich-gelbe Beläge auf der Haut sowie kleine rote Papeln oder Pusteln. Diese Veränderungen gehen oft mit Juckreiz, Brennen oder Schmerzen unter der Hautschutzplatte einher.
Mögliche Ursachen sind unter anderem Feuchtigkeit unter der Versorgung, ein gestörter Hautschutzmantel, zu lange Tragezeiten oder unzureichende Hygiene.
Bei Verdacht auf eine Pilzinfektion sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden. Zur Diagnosesicherung wird in der Regel ein Abstrich durchgeführt. Die Behandlung erfolgt meist mit einer antimykotischen Suspension auf wässriger Basis.
Eine sorgfältige Stomahygiene sowie eine gutsitzende Versorgung sind wichtig, um Rückfälle zu vermeiden.
Bakterielle Entzündungen (Follikulitis)
Kleine schmerzhafte Pusteln rund um Haarfollikel können auf eine bakterielle Entzündung hinweisen. In diesem Fall sollte die Haut möglichst schonend behandelt werden.
Statt Nassrasur empfehlen viele Fachkräfte elektrische Trimmer oder vorsichtiges Kürzen der Haare. Aggressives Abziehen der Versorgung sollte vermieden werden.
Allergische Reaktionen
Juckreiz und großflächige Rötungen im gesamten Kontaktbereich der Versorgung können auf eine Unverträglichkeit hinweisen.
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, neue Produkte sofort abzusetzen und auf hypoallergene Alternativen umzusteigen. Ihre Stomapflegekraft kann dabei unterstützen, passende Produkte zu finden.
Wann professionelle Hilfe wichtig ist
Wenden Sie sich an Ihre Stomapflegekraft oder Ihren Arzt, wenn Hautreizungen trotz sorgfältiger Pflege über mehrere Tage bestehen bleiben. Auch Schmerzen, Blutungen, nässende Stellen oder Anzeichen einer Infektion sollten medizinisch abgeklärt werden.
Das gilt ebenso bei wiederkehrenden Undichtigkeiten oder dem Verdacht auf eine Pilz- oder bakterielle Infektion. Ihr medizinisches Betreuungsteam verfügt über Erfahrung sowie spezielle Produkte und Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, Hautprobleme gezielt zu behandeln.
Fazit: Gesunde Haut rund um das Stoma ist erreichbar
Die richtige Stomapflege wirkt anfangs oft ungewohnt oder komplex, wird für die meisten Menschen jedoch mit der Zeit zur Routine. Eine sorgfältige Pflegeroutine kann langfristig zu mehr Komfort, Sicherheit und Lebensqualität beitragen.
Mit konsequenter, hautschonender Pflege und passenden Produkten lässt sich die Haut rund um das Stoma in vielen Fällen dauerhaft gesund erhalten.
FAQ zur Stomapflege
Wie schützt man die Haut rund um ein Stoma?
Der beste Schutz für die Haut rund um das Stoma ist eine konsequente und möglichst sanfte Pflegeroutine. Reinigen Sie die Haut idealerweise nur mit Wasser und trocknen Sie sie anschließend sorgfältig ab. Ebenso wichtig ist, dass die Öffnung der Basisplatte exakt zur Größe des Stomas passt, damit die Haut bestmöglich geschützt bleibt.
Regelmäßige Hautkontrollen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich können Hautschutzringe, Pasten oder Dichtungen die Versorgung unterstützen und Undichtigkeiten vorbeugen.
Oft macht bereits etwas mehr Aufmerksamkeit beim Versorgungswechsel einen großen Unterschied: Kleine vorbeugende Maßnahmen können helfen, spätere Hautprobleme deutlich zu reduzieren.
Welche Creme eignet sich für die Haut rund um das Stoma?
Herkömmliche Hautcremes oder Bodylotions sind für die Haut rund um das Stoma meist nicht geeignet. Ölige oder rückfettende Inhaltsstoffe können die Haftung der Versorgung beeinträchtigen und Undichtigkeiten begünstigen.
Für die tägliche Reinigung reicht Wasser häufig aus. Bei empfindlicher oder gereizter Haut können spezielle Hautschutzprodukte für Stomaträger sinnvoll sein, beispielsweise Hautschutzringe und Schutzsprays.
Medizinische Cremes oder topische Medikamente sollten nur in Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal angewendet werden, da sie die Versorgung beeinflussen können.
Welche Lebensmittel sollte man mit einem Stoma vermeiden?
Ernährung und Hautgesundheit stehen in einem indirekten Zusammenhang. Bestimmte Lebensmittel können die Konsistenz oder Zusammensetzung der Ausscheidungen verändern und dadurch die Haut rund um das Stoma stärker reizen.
Dazu zählen bei einigen Menschen:
- stark säurehaltige Lebensmittel wie Zitrusfrüchte (Orangen, Zitronen, Grapefruit), Essig, Tomatenprodukte (Tomatensauce, Ketchup), Sauerkraut
- scharfe Speisen
- sehr fettige Mahlzeiten
- stark blähende Lebensmittel wie Kohlarten (Weißkohl, Brokkoli, Blumenkohl), Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Kichererbsen), Zwiebeln, Lauch
- stark zuckerhaltige Produkte
Ein Ernährungstagebuch kann helfen, individuelle Auslöser besser zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren.
Wichtig ist jedoch: Eine allgemeingültige „Stoma-Diät“ gibt es nicht. Entscheidend ist, welche Ernährung individuell gut vertragen wird.
Einen Ernährungsratgeber für Stomapatienten finden Sie hier.