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Was ist eine Kolostomie: Alles über den Darmausgang

Eine Kolostomie verändert auf den ersten Blick vieles – und doch muss sie nichts an Ihrer Lebensqualität ändern. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Arten von Kolostomien es gibt, wann sie notwendig werden und wie Sie sich ernähren und Ihr Stoma pflegen – plus praktische Tipps für Sport und Alltag.

Bauch mit StomaBauch mit Stoma

Wann ist eine Kolostomie notwendig? 

Eine Kolostomie wird angelegt, wenn der untere Dickdarm oder Mastdarm beschädigt oder erkrankt ist oder Zeit zur Heilung benötigt. Das kann aus verschiedenen Gründen der Fall sein: 

  • Darmkrebs oder Analkrebs
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Divertikulitis
  • Traumatische Verletzungen
  • Stuhlinkontinenz
  • Angeborene Fehlbildungen 

Arten von Kolostomien

Endständige Kolostomie

Die endständige Kolostomie ist die häufigste Form. Sie wird angelegt, wenn der Mastdarm, der After mit Schließmuskulatur oder der untere Teil des Dickdarms entfernt werden müssen: etwa bei bestimmten Krebserkrankungen oder schweren Entzündungen. Das Stoma sitzt in der Regel im linken Unterbauch und bleibt dauerhaft bestehen. 

Da der Großteil des Dickdarms erhalten bleibt, verändert sich die Stuhlbeschaffenheit meist kaum. Was sich ändert: Die willentliche Kontrolle über die Ausscheidung entfällt, der Körper übernimmt das fortan auf seine eigene Weise. 

Temporäre Kolostomie (Doppelläufiges Kolostoma)

Die doppelläufige Kolostomie ist vorübergehend. Ein Teil des Dickdarms wird nach außen verlagert, um einen betroffenen Darmabschnitt zu entlasten und ihm Zeit zum Heilen zu geben. Dabei entstehen zwei Stomaöffnungen: eine für die aktive Entleerung, eine zur Entlastung. 

Das Besondere an dieser Form: Sie ist rückgängig zu machen. Sobald der Darm ausreichend geheilt ist, werden die Enden wieder zusammengenäht und in die Bauchhöhle zurückverlagert – und Ihr Darm funktioniert danach wieder ganz normal. 

Herausforderungen nach der Operation 

Eine Kolostomie verändert das Leben, das lässt sich nicht bestreiten. Diese Veränderung löst für die meisten Menschen starke Gefühle aus, sowohl positive als auch negative. Manche Menschen erleben endlich Schmerzfreiheit und neue Lebensqualität. Andere haben anfangs Schwierigkeiten, den veränderten Körper zu akzeptieren. Beides ist völlig normal. 

Sie werden auch mit einem Stoma ein vollständiges und aktives Leben führen. Ihr Körper ist nicht weniger wert oder weniger schön. Es ist ein normaler Prozess, sich an die Veränderung zu gewöhnen und psychologische Beratung oder Selbsthilfegruppen können dabei helfen, Ihre Gefühle zu verarbeiten und Ihr Selbstvertrauen zu stärken. 

Ernährung mit Kolostomie 

Essen ist mehr als nur Nahrung: es trägt zu unserer Stimmung und unserem Wohlbefinden bei. Ihr Stoma sollte Sie nicht von Ihren Lieblingsspeisen abhalten. 

Die meisten Menschen kehren relativ schnell zu ihrer normalen Ernährung zurück. Was Sie vorher vertragen haben, verträgt Ihr Körper normalerweise auch danach. Jeder Mensch reagiert allerdings unterschiedlich auf Lebensmittel. 

Verstopfung vermeiden und Lebensmittel, die Blähungen oder unangenehme Gerüche verursachen, im Blick behalten. Das klingt nach Verzicht, ist es aber nicht. Alles, was Ihnen schmeckt und was Sie gut vertragen, ist erlaubt. Hören Sie einfach auf Ihren Körper. 

Praktische Ernährungstipps: 

  • Essen Sie ausgewogen und bevorzugen Sie leicht verdauliche Lebensmittel
  • Trinken Sie täglich etwa 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit
  • Bereiten Sie Speisen fettarm und schonend zu
  • Nehmen Sie sich Zeit beim Essen und Trinken: kauen Sie gründlich und trinken Sie in kleinen Schlucken
  • Essen Sie mehrmals täglich zu festen Zeiten
  • Bewegen Sie sich regelmäßig
  • Achten Sie auf stabiles Körpergewicht, da große Schwankungen die Position Ihres Stomas verändern können 
Frau mit Stoma betrachtet sich im SpiegelFrau mit Stoma betrachtet sich im Spiegel

Körperliche Aktivität und Sport 

Sport ist wichtig, auch mit Stoma. Nach einer angemessenen Erholungsphase (direkt nach der Operation sollten Sie sich ausruhen) können Sie fast jede Sportart ausüben, bei der Sie sich wohlfühlen. 

Tipps für Sport mit Kolostomie: 

  • Verwenden Sie eine Stomabandage oder stützende Kleidung – das gibt Sicherheit und reduziert das Hernien-Risiko
  • Fangen Sie langsam an und steigern Sie sich graduell
  • Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit
  • Extremsportarten wie Kampfsport oder extremes Gewichtheben sollten Sie mit Ihrem Arzt absprechen 

Stomapflege und Hygiene 

Stomahautpflege ist das A und O bei einem Stoma. Es ist essentiell, dass Sie wissen, was Hautbeschwerden verursacht, welche Produkte gut für Sie sind und wie Sie Ihre Haut optimal pflegen. 

So pflegen Sie Ihr Stoma richtig:

  • Reinigen Sie das Stoma und die umgebende Haut sanft mit warmem Wasser
  • Vermeiden Sie parfümierte Seifen, Lotionen und Cremes: diese reizen die Haut 
  • Tupfen Sie Ihre Haut nach dem Waschen sanft trocken
  • Wenn die Haut bereits gereizt ist, können spezielle Hautschutzlotionen helfen
  • Unterwegs können unparfümierte Feuchttücher nützlich sein, aber nur im Notfall 

Falls Sie anhaltende Hautprobleme haben, sprechen Sie mit Ihrer Stomapflegekraft. 

Leben mit einer Kolostomie 

Mit einer Kolostomie fertig zu werden, kann emotional und psychisch herausfordernd sein. Sie sind nicht allein. Das Gespräch mit Ihrer Stomapflegekraft, Familie oder unterstützenden Menschen kann einen großen Unterschied machen, wie Sie mit dieser Veränderung umgehen. Es gibt viele Selbsthilfegruppen und Ressourcen, die Ihnen helfen können. 

Mehr zur Genesung nach einer Stomaoperation finden Sie in unserem detaillierten Leitfaden. 

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Kolostomie 

Was ist eine Kolostomie? 

Eine Kolostomie ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem eine Öffnung (Stoma) in der Bauchdecke geschaffen wird, um den Dickdarm (Kolon) an die Hautoberfläche zu bringen. Dies wird notwendig, wenn der untere Dickdarm oder Mastdarm entfernt oder beschädigt ist. Nach der Operation gelangen Ausscheidungen direkt durch das Stoma in einen speziellen Beutel. 

Was ist eine Colostomie?

„Colostomie" und „Kolostomie" bezeichnen dasselbe Verfahren – der Unterschied ist rein sprachlicher Natur. Während im Englischen „colostomy" geläufig ist, gilt im Deutschen „Kolostomie" als Standardschreibweise. Inhaltlich sind beide Begriffe vollkommen identisch. 

Wann bekommt man ein Kolostoma?

Ein Kolostoma wird angelegt, wenn der untere Dickdarm oder Mastdarm krank oder beschädigt ist und nicht mehr funktionieren kann. Dies kann der Fall sein bei: 

  • Darmkrebs oder Analkrebs, wenn der betroffene Bereich entfernt werden muss
  • Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, die nicht anders behandelt werden können
  • Divertikulitis oder anderen Infektionen
  • Traumatischen Verletzungen des Darms
  • Stuhlinkontinenz, wenn konservative Behandlungen nicht helfen
  • Angeborenen Fehlbildungen 

Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob und wann ein Kolostoma für Sie sinnvoll ist. 

Was passiert mit dem After, wenn man einen künstlichen Darmausgang hat? 

Wenn Sie ein Kolostoma haben, wird der natürliche Stuhlgang durch das Stoma ersetzt – der After hat dann keine Funktion mehr. Je nachdem, wie viel von Ihrem Dickdarm entfernt wurde, kann es zu gelegentlichem Ausfluss kommen, aber das ist normalerweise minimal und harmlos. 

Bei einer vorübergehenden Kolostomie kann der After später wieder seine normale Funktion erfüllen, wenn das Stoma zurückverlegt wird. Bei einer endständigen Kolostomie wird der After langfristig keine Ausscheidungsfunktion mehr haben. 

Wie oft Stuhlgang bei Kolostoma? 

Das ist sehr individuell und hängt von mehreren Faktoren ab: 

  • Wie viel Dickdarm erhalten bleibt: Je mehr Dickdarm intakt ist, desto fester und weniger häufig ist normalerweise der Stuhlgang
  • Ihre Ernährung: Ballaststoffe, Flüssigkeitszufuhr und bestimmte Lebensmittel beeinflussen die Häufigkeit
  • Ihr Stoffwechsel: Jeder Körper ist unterschiedlich 

Menschen mit einem Kolostoma haben in der Regel ein- bis dreimal täglich Stuhlgang – manche auch nur jeden zweiten Tag. Das ist vollkommen normal. Mit der Zeit werden Sie die Muster Ihres Körpers kennenlernen und sich ganz selbstverständlich danach richten. 

Viele stellen sogar fest, dass sie einen gewissen Einfluss auf den Zeitpunkt haben: zum Beispiel, indem sie nach den Mahlzeiten etwas Geduld aufbringen. Was für Sie gilt, ist individuell: Ihre Stomapflegekraft kann Ihnen helfen, Ihre persönlichen Muster besser zu verstehen.