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Stoma und Ausscheidungen – was ist normal, was nicht?

Veränderungen in der Ausscheidung können zunächst verunsichern – besonders dann, wenn unklar ist, was als normal gilt. In den meisten Fällen sind solche Veränderungen jedoch ein natürlicher Teil der Anpassung nach einer Stoma-Operation. Wenn Sie wissen, was typisch ist und wann Aufmerksamkeit erforderlich ist, gewinnen Sie mehr Sicherheit im Umgang mit Ihrem Stoma.

Frau berührt Stomabeutel am BauchFrau berührt Stomabeutel am Bauch

Schleimabsonderung aus dem Stoma

Eine Schleimabsonderung ist nach einer Stoma-Operation völlig normal. 

Die Darmschleimhaut produziert weiterhin Schleim, um den Transport von Stuhl zu unterstützen. Auch nach der Operation bleibt diese Funktion bestehen, obwohl sie im klassischen Sinne nicht mehr benötigt wird. 

Der Schleim ist oft im Stomabeutel kaum sichtbar, da er sich mit dem Stuhl vermischt. Bei einem Urostoma kann er hingegen deutlicher auffallen, da er sich im Urin zeigt – meist als weiße Schleimfäden, kleine Flocken oder eine leichte Trübung. Das gehört zur normalen Funktion des zur Harnableitung verwendeten Darmstücks und ist kein Krankheitszeichen.

Wie sieht normaler Schleim aus? 

Normaler Schleim ist meist klar, weißlich bis leicht gelblich, gallertartig oder fädig. Manchmal wirkt er auch dickflüssiger oder klumpiger – das passiert häufig, wenn sich Schleim über längere Zeit angesammelt und dabei Flüssigkeit verloren hat. Menge und Konsistenz unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und können sich insbesondere in den ersten Wochen und Monaten nach der Operation verändern, wenn die Produktion häufig etwas erhöht ist. 

Wann Sie aufmerksam werden sollten 

Ein plötzlicher Anstieg der Schleimmenge kann bei einem Urostoma unter Umständen auf eine Harnwegsinfektion hinweisen. In diesem Fall sollten Sie Ihre Stomapflegekraft oder Ihre Hausarztpraxis kontaktieren. 

Wässriger Stomaausfluss 

Neben dickflüssigem, gallertartigem Schleim kann der Stomaausfluss gelegentlich auch dünnflüssig oder wässrig erscheinen. Das ist meist eine Frage der Flüssigkeitsmenge im Schleim und noch kein Warnzeichen – mögliche Auslöser sind eine erhöhte Trinkmenge, stark gewürzte oder fettreiche Speisen, größere Mengen Alkohol oder Koffein sowie eine vorübergehend gesteigerte Schleimproduktion, etwa nach einem Infekt. 

Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende, aber nicht übermäßige Flüssigkeitszufuhr helfen dabei, die Konsistenz zu regulieren. Hält der wässrige Ausfluss länger als 2-3 Tage an oder treten zusätzlich Schmerzen, Geruch oder Blut auf, sollte dies zeitnah mit einer Stomapflegekraft oder einem Arzt besprochen werden. 

Unterstützende Maßnahmen bei Schleimproduktion 

Manche Betroffene berichten, dass bestimmte Maßnahmen die Schleimproduktion positiv beeinflussen können, zum Beispiel eine erhöhte Vitamin-C-Zufuhr oder der Konsum von Cranberry-Produkten.  

Solche Maßnahmen sollten grundsätzlich vorab mit einem Arzt besprochen werden, da sie mit bestehenden Medikamenten oder Erkrankungen interagieren können. 

Frau im Pyjama berührt StomaFrau im Pyjama berührt Stoma

Rektaler Ausfluss nach der Operation

Wenn Enddarm und After nach der Operation erhalten bleiben, kann es zu einem sogenannten rektalen Ausfluss kommen. 

Dies tritt vor allem nach einer Kolostomie auf, kann aber auch nach einer Ileostomie vorkommen, sofern Teile des Dickdarms noch vorhanden sind. 

Bei diesem Ausfluss handelt es sich in der Regel um Schleim, der in unterschiedlicher Konsistenz auftreten kann – von klar und gallertartig bis hin zu etwas zäher. 

In manchen Fällen sammelt sich der Schleim an und kann ein unangenehmes Druckgefühl verursachen, bis er ausgeschieden wird. 

Warnsignale 

Blut oder Eiter im rektalen Ausfluss sind nicht typisch und sollten ärztlich abgeklärt werden, da sie auf eine Infektion oder Reizung hinweisen können.

Umgang mit rektalem Ausfluss im Alltag 

Einige einfache Maßnahmen können helfen, den Umgang mit rektalem Ausfluss zu erleichtern: 

  • dem natürlichen Entleerungsdrang folgen 

  • regelmäßig und ohne starkes Pressen die Toilette aufsuchen 

  • übermäßiges Pressen vermeiden, um den Beckenboden zu schonen 

Wenn der Entleerungsreiz eingeschränkt ist, kann die Stomatherapie weitere Unterstützung anbieten. 

Wenn der Entleerungsreiz eingeschränkt ist, kann die Stomatherapie weitere Unterstützung anbieten. Mögliche unterstützende Maßnahmen sollten grundsätzlich mit einem Arzt oder einer Stomapflegekraft besprochen werden, bevor sie angewendet werden. 

Ausfluss im Bereich der Stomaumgebung 

Auch die Haut rund um das Stoma sollte regelmäßig kontrolliert werden. 

Achten Sie insbesondere auf: 

  • Rötungen oder Reizungen 

  • ungewöhnlichen oder unangenehm riechenden Ausfluss 

  • blutigen Ausfluss im Bereich der Stoma-Hautverbindung 

Solche Anzeichen können auf eine Infektion hinweisen und sollten zeitnah mit einem Arzt besprochen werden. 

Wann Sie medizinische Unterstützung suchen sollten 

Viele Arten von Ausfluss sind nach einer Stoma-Operation normal – insbesondere in der frühen Phase der Heilung. 

Dennoch gilt: Vertrauen Sie Ihrem Körpergefühl

Wenn sich etwas plötzlich verändert, unangenehm ist oder Ihnen ungewöhnlich erscheint, sollten Sie nicht zögern, medizinischen Rat einzuholen. 

Ihr Stomateam ist dafür da, Sie zu unterstützen – sowohl zur Beruhigung als auch bei konkreten Beschwerden. 

Sicherheit durch Wissen und Erfahrung 

Der Umgang mit dem eigenen Körper nach einer Stoma-Operation erfordert Zeit und Gewöhnung. 

Mit zunehmender Erfahrung lernen Sie, typische Veränderungen besser einzuordnen und Unsicherheiten abzubauen. 

Dieses Wissen hilft Ihnen, im Alltag sicherer zu werden und Ihr Stoma selbstbewusster zu versorgen. 

FAQ: Stoma und Ausscheidungen 

Wie oft hat man Stuhlgang mit einem Stoma? 

Das hängt vor allem von der Art des Stomas ab. Bei einem Kolostoma ist der Stuhlgang oft regelmäßiger und fester, ähnlich wie ohne Stoma – meist ein- bis zweimal täglich. Bei einem Ileostoma hingegen ist der Stuhl flüssiger und der Beutel füllt sich häufiger, oft mehrmals am Tag. Jeder Körper reagiert individuell und auch die Ernährung spielt eine große Rolle. 

Was wird durch ein Stoma ausgeschieden? 

Je nach Art des Stomas werden unterschiedliche Ausscheidungen abgeleitet. Ein Kolostoma oder Ileostoma leitet Stuhl und Darmgase ab, während ein Urostoma den Urin über die Harnleiter nach außen führt. Die Konsistenz des Stuhls variiert: beim Kolostoma eher geformt, beim Ileostoma eher flüssig bis breiig. 

Haben Menschen mit einem Stomabeutel noch Stuhlgang? 

Ja – der Körper scheidet weiterhin aus, nur eben nicht mehr über den natürlichen Weg. Bei einem Kolostoma oder Ileostoma gelangt der Stuhl durch das Stoma direkt in den Stomabeutel; bei manchen Menschen mit einem Kolostoma kann es zusätzlich noch zu etwas Schleimabgang über den After kommen, da der verbliebene Darmabschnitt weiterhin Schleim produziert. Bei einer Urostomie ist das anders: Hier wird ausschließlich der Urin über das Stoma abgeleitet, während der Stuhlgang weiterhin ganz normal auf natürlichem Weg erfolgt. 

Wie entweichen Gase bei einem Stoma? 

Darmgase entstehen auch mit einem Stoma ganz normal – sie sammeln sich jedoch im Stomabeutel, anstatt wie gewohnt abzugehen. Viele Stomabeutel haben spezielle Filter, die Gase diskret entweichen lassen und Gerüche neutralisieren. Bestimmte Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl oder kohlensäurehaltige Getränke können die Gasbildung verstärken. 

Was verursacht wässrigen Stomaausfluss? 

Wässriger oder dünnflüssiger Stomaausfluss entsteht meist durch eine erhöhte Flüssigkeitsmenge im Schleim, etwa durch verstärktes Trinken oder eine vorübergehend gesteigerte Schleimproduktion. In der Regel ist das kein Grund zur Sorge. 

Wie kontrolliert man wässrigen Stomaausfluss? 

Eine ausgewogene Ernährung und die regelmäßige Beobachtung von Menge und Konsistenz helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Bei anhaltenden Veränderungen sollte eine Stomapflegekraft oder ein Arzt hinzugezogen werden. 

Ist Schleim im Urin bei einer Urostomie normal? 

Ja. Da bei einer Urostomie häufig ein Stück Dünndarm zur Urinableitung verwendet wird, produziert dieses weiterhin Schleim. Weiße Schleimfäden oder leichte Trübungen im Urin gehören daher zum normalen Erscheinungsbild einer Urostomie.