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Schmerzhaftes Stoma: Mögliche Ursachen und wann Sie sich Sorgen machen sollten

Schmerzen am Stoma können sehr verunsichern, besonders wenn Sie sich nach der Operation noch zurechtfinden müssen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Ursachen für Stomaschmerzen am häufigsten sind, wie Sie gewöhnliche Beschwerden von etwas unterscheiden, das dringend abgeklärt werden sollte, und was Sie selbst tun können, um sich im Alltag wohler zu fühlen.

Häufige Ursachen für Stomaschmerzen

Die meisten Menschen mit einem Stoma erleben irgendwann leichte Beschwerden, und wer versteht, was dahintersteckt, kann diese oft deutlich leichter in den Griff bekommen. Undichtigkeiten gehören zu den häufigsten Stomaproblemen: Sitzt die Öffnung Ihrer Versorgung nicht eng genug um das Stoma, kann Ausscheidung unter die Basisplatte gelangen und auf die Haut treffen. Das reizt schnell und äußert sich meist eher als Brennen oder Stechen denn als dumpfer Schmerz.

Auch Geschwüre können rund um das Stoma oder unter der Versorgung entstehen, manchmal im Zusammenhang mit einer Grunderkrankung, bestimmten Medikamenten oder der Versorgung selbst. Granulome – kleine, erhabene, rote Knötchen rund um das Stoma – kommen ebenfalls häufig vor. Sie sind meist harmlos, können aber bei Berührung empfindlich sein und beim Reinigen leicht bluten, was wiederum die Haftung der Versorgung lockern und zu einer undichten Stelle führen kann.

Verstopfung ist eine weitere häufige Ursache für Beschwerden, insbesondere bei Menschen mit Kolostomie, und geht meist mit Krämpfen sowie hartem, schwer abzusetzendem Stuhl einher. Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und leichte Bewegung helfen meist – es lohnt sich aber auch zu prüfen, ob Medikamente, die Sie einnehmen, dazu beitragen könnten. Hält die Verstopfung länger als zwei bis drei Tage an, sollten Sie sich an Ihre Stomapflegekraft oder Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt wenden.

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Muskelschmerzen und Schmerzen bei Aktivität

Es ist auch üblich, Beschwerden rund um das Stoma bei Sport, beim Heben oder bei anderen Aktivitäten zu bemerken – besonders in den Wochen und Monaten nach der Operation, während sich die Bauchmuskulatur noch erholt. Das kann sich eher als ziehendes oder schmerzendes Gefühl äußern statt als stechender Schmerz und kann auf eine Muskelüberlastung oder, in manchen Fällen, auf eine beginnende parastomale Hernie hindeuten. Eine unterstützende Bandage sowie ein behutsamer Wiedereinstieg in die Aktivität können helfen. Halten die Beschwerden jedoch an oder verschlimmern sie sich, sollten Sie sich untersuchen lassen, statt sich durchzukämpfen.

Eingezogenes Stoma, Stenose und Prolaps

Ein eingezogenes (retrahiertes) Stoma liegt unterhalb des Hautniveaus und kann sowohl bei einer Urostomie als auch bei einer Ileostomie oder Kolostomie auftreten – oft im Zusammenhang mit der Art der Stomaanlage, dem Körpergewicht oder der Form des Bauchraums. Es kann zu Undichtigkeiten führen und macht meist eine Neubewertung durch Ihre Stomapflegekraft nötig, um die passende Versorgung zu finden, gegebenenfalls mit Umstieg auf ein konvexes Produkt. Bei einer Stenose verengt sich das Stoma, wodurch sich die Ausscheidung oft bandartig oder wässrig verändert; hier können vorsichtige Dehnung oder Abführmittel helfen, damit alles in Bewegung bleibt.

Ein vorgefallenes (prolabiertes) Stoma, bei dem das Stoma weiter als üblich hervortritt, kommt häufiger bei doppelläufigen (Loop-)Ileostomien vor und kann durch eine geschwächte Bauchwand, Gewichtszunahme, Schwangerschaft oder plötzliche Belastung wie schweres Heben ausgelöst werden. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Stomapflegekraft, damit geprüft werden kann, ob eine Verengung droht, ob das Stoma weiterhin richtig funktioniert und ob die Farbe gesund aussieht. In der Regel benötigen Sie dann eine größere Versorgung, um der veränderten Form gerecht zu werden.

Parastomale Hernie

Eine parastomale Hernie entsteht, wenn sich ein Teil des Darms durch die geschwächte Muskulatur hinter dem Stoma vorwölbt – meist sichtbar als Vorwölbung oder Schwellung. Mit der Zeit kann sie das Stoma aus seiner Form ziehen und das Abdichten der Versorgung erschweren. Viele Betroffene beschreiben ein dumpfes Ziehen oder Ziehen, besonders im Tagesverlauf oder nachdem das Stoma besonders aktiv war. Ihre Stomapflegekraft kann die Situation beurteilen und Ihnen gegebenenfalls eine unterstützende Bandage anpassen, um die Belastung zu verringern.

Wenn Stomaschmerzen auf einen Verschluss hindeuten, und wann es ein Notfall ist

Stomaschmerzen können manchmal darauf hinweisen, dass etwas den Darm nicht wie gewohnt passiert. Ein teilweiser oder vollständiger Darmverschluss kann entstehen, wenn bestimmte Lebensmittel schwer verdaulich sind oder wenn Narbengewebe bzw. Verwachsungen den Darm verengen. Meist bemerken Sie, dass die Ausscheidung deutlich nachlässt oder wässrig wird, begleitet von krampfartigen Bauchschmerzen, die in Wellen zunehmen.

Bei milderen Verschlüssen kann es helfen, auf feste Nahrung zu verzichten, viel zu trinken (warme Getränke wirken oft unterstützend), ein warmes Bad zu nehmen und den Bauch sanft zu massieren oder die Knie zur Brust zu ziehen. Ein Verschluss, der sich nicht löst, kann jedoch ernsthaft gefährlich werden. Achten Sie daher auf folgende Warnzeichen für einen medizinischen Notfall:

  • Über mehrere Stunden gar keine Ausscheidung (weder Stuhl noch Gas)
  • Starke oder zunehmende Bauchschmerzen
  • Ein geschwollener, harter Bauch
  • Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
  • Fieber, Schüttelfrost oder ein rasender Herzschlag

Unbehandelt kann ein vollständiger Verschluss zu einem Darmdurchbruch oder einer Infektion führen. Bemerken Sie diese Anzeichen, suchen Sie umgehend eine Notaufnahme auf, statt abzuwarten, ob sich die Beschwerden von selbst legen.

Schmerzen nach der Stomaoperation und nach der Rückverlegung

Eine gewisse Empfindlichkeit nach der Stomaanlage ist völlig normal. Bei den meisten Menschen lässt der stärkste Schmerz nach der Operation innerhalb der ersten zwei Wochen nach, und die Beschwerden bessern sich in den folgenden ein bis zwei Monaten weiter. Beschwerden bei Bewegung oder wenn sich der Beutel füllt, sind in dieser frühen Phase zu erwarten. Nicht normal sind hingegen Schmerzen, die zunehmen statt abzuklingen, oder Schmerzen zusammen mit Fieber, Schwellung oder ausbleibender Ausscheidung – das ist Ihr Signal, sich an Ihr Behandlungsteam zu wenden.

Auch nach einer Stomarückverlegung sind gewisse Beschwerden normal, meist jedoch milder und kürzer als nach der ursprünglichen Operation. Häufiger überrascht Menschen, wie sich der Darm in den darauffolgenden Wochen verhält: häufigerer, drängender Stuhldrang und Krämpfe, während sich alles neu einstellt. Das legt sich in der Regel über Wochen bis Monate, doch starke Schmerzen oder Sorgen um die Wundheilung sollten Sie immer mit Ihrem Operations- oder Stomapflegeteam besprechen.

Wann Sie mit Ihrer Stomapflegekraft über Stomaschmerzen sprechen sollten

Schmerz ist das Signal Ihres Körpers, dass etwas Aufmerksamkeit braucht. Ob es sich um wunde Haut durch eine undichte Stelle handelt, um ein Granulom, das immer wieder blutet, oder um Beschwerden, die Sie sich nicht recht erklären können – Ihre Stomapflegekraft oder Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt ist die richtige Ansprechperson, um der Ursache auf den Grund zu gehen und Linderung zu finden.

FAQ: Schmerzen mit Stoma

Was kann Schmerzen rund um mein Stoma verursachen?

Es gibt einige mögliche Ursachen, und die meisten lassen sich beheben, sobald man weiß, woran es liegt. Meist ist eine schlecht sitzende Versorgung der Übeltäter: Sitzt die Öffnung nicht eng genug um das Stoma, kann Ausscheidung unter die Basisplatte gelangen und die darunterliegende Haut reizen – das brennt oft stärker, als man erwarten würde. Darüber hinaus können Granulome (kleine, harmlose, aber mitunter empfindliche Knötchen), Verstopfung, eine parastomale Hernie oder ein eingezogenes bzw. vorgefallenes Stoma Beschwerden auslösen. Gelegentlich deutet es auf einen Verschluss hin, der schneller abgeklärt werden sollte. Wenn sich etwas ungewohnt anfühlt, ist Ihre Stomapflegekraft die richtige Person, um die Ursache einzugrenzen.

Warum brennt mein Stoma?

Dieses Brennen geht fast immer von der Haut aus, nicht vom Stoma selbst, und ist meist eine Reaktion auf etwas. Der häufigste Grund ist Ausscheidung, die mit der Haut rund um das Stoma in Kontakt kommt; selbst eine kleine undichte Stelle kann innerhalb weniger Minuten ein überraschend starkes Stechen oder Brennen verursachen. Es kann auch auftreten, wenn die Versorgung nicht richtig sitzt, wenn Sie empfindlich auf den Kleber reagieren oder wenn die Haut durch zu häufiges Reinigen wund geworden ist. Prüfen Sie zunächst den Sitz der Basisplatte und gönnen Sie der Haut mit einem Hautschutzprodukt eine Pause – das hilft meist. Bessert sich das Brennen nicht, lassen Sie es sicherheitshalber von Ihrer Stomapflegekraft abklären, um eine mögliche Infektion auszuschließen.

Wie lange dauert es, bis der Schmerz nach einer Stomaoperation nachlässt?

Jeder Mensch heilt in seinem eigenen Tempo, doch als grobe Orientierung lässt der stärkere postoperative Schmerz bei den meisten Menschen innerhalb der ersten zwei Wochen nach, und die Beschwerden bessern sich in den folgenden ein bis zwei Monaten weiter. Ihr Bauch hat eine größere Operation hinter sich, daher ist eine gewisse Empfindlichkeit – besonders bei Bewegung oder wenn sich der Beutel füllt – in den ersten Wochen völlig normal. Nicht normal ist Schmerz, der zunimmt statt nachzulassen, oder Schmerz zusammen mit Fieber, Schwellung oder ausbleibender Ausscheidung – diese Kombination ist Ihr Signal, sich an Ihr Behandlungsteam zu wenden, statt abzuwarten.

Ist eine Stomarückverlegung schmerzhaft?

Gewisse Beschwerden danach sind normal (schließlich haben Sie erneut eine Operation hinter sich), fallen bei den meisten Menschen aber milder und kürzer aus als nach der ursprünglichen Stomaoperation. Mehr als der Wundschmerz überrascht viele, wie sich der Darm in den Wochen danach verhält: häufigerer, drängender Stuhldrang und Krämpfe sind üblich, während sich alles wieder auf die „gewohnte" Funktionsweise einstellt. Das legt sich in der Regel mit der Zeit, kann aber Wochen bis Monate dauern, bis sich alles wieder normal anfühlt. Wie immer gilt: Bei starken Schmerzen oder Sorgen um die Wundheilung sollten Sie das nicht aussitzen, sondern sich an Ihr chirurgisches Team oder Ihr Stomapflegeteam wenden.