

Was bedeutet eine Stomaleckage?
Von einer Stomaleckage spricht man, wenn Ausscheidungen unter den Hautschutz gelangen und mit der Haut rund um das Stoma in Kontakt kommen.
Dabei kann die Undichtigkeit:
- langsam und schleichend entstehen,
- plötzlich auftreten,
- nur an einer Stelle auftreten,
- oder die gesamte Versorgung betreffen.
Neben der Belastung im Alltag kann eine Leckage auch zu Hautreizungen und Entzündungen führen. Deshalb sollten wiederkehrende Undichtigkeiten immer ernst genommen werden.
Wie häufig sind Undichtigkeiten beim Stoma?
Undichtigkeiten sind deutlich häufiger, als viele Betroffene vermuten. Fast alle Stomaträger erleben im Laufe der Zeit mindestens einmal eine Leckage.
Gerade in den ersten Wochen nach der Operation treten Undichtigkeiten häufiger auf, da sich das Stoma und die Bauchform noch verändern. Wiederkehrende Leckagen sollten jedoch nicht als „normal“ akzeptiert werden. Häufig steckt eine konkrete Ursache dahinter, die sich gemeinsam mit einer Stomapflegekraft beheben lässt.
Häufige Ursachen für eine undichte Stomaversorgung
Veränderungen des Stomas nach der Operation
In den ersten Wochen nach einer Stomaoperation verändert sich die Form des Stomas häufig noch deutlich. Schwellungen gehen zurück und der Durchmesser des Stomas kann kleiner werden.
Dadurch kann eine zuvor passende Öffnung in der Basisplatte plötzlich zu groß sein, sodass Ausscheidungen unter die Versorgung gelangen.
Die Versorgung passt nicht optimal
Eine der häufigsten Ursachen für Undichtigkeiten ist eine nicht optimal angepasste Versorgung.
Probleme entstehen beispielsweise, wenn:
- die Öffnung der Basisplatte zu groß ist,
- die Öffnung zu eng ausgeschnitten wurde,
- die Versorgungsart nicht zur Stomaform passt (manche Stomagegebenheiten erfordern etwa eine konvexe Versorgung, um eine sichere Anlage zu gewährleisten).
Bereits kleine Anpassungen können hier oft einen großen Unterschied machen.
Gewichtsveränderungen
Zu- oder Abnahme von Körpergewicht können die Form des Bauchraums verändern und damit auch die Haftung der Versorgung beeinflussen.
Wenn sich Ihr Körper verändert hat und plötzlich häufiger Leckagen auftreten, kann eine Überprüfung der Versorgung sinnvoll sein.
Hautfalten, Narben oder Unebenheiten
Die wenigsten Menschen haben eine vollkommen ebene Bauchdecke. Hautfalten, Narben oder Vertiefungen rund um das Stoma können dazu führen, dass das Hautschutzmaterial nicht überall gleichmäßig aufliegt.
Spezielle Hautschutzringe oder modellierbare Hautschutzmaterialien können helfen, diese Unebenheiten auszugleichen.
Eingezogenes oder flaches Stoma
Liegt das Stoma auf Hautniveau oder ist leicht eingezogen, können Ausscheidungen leichter unter die Versorgung gelangen.
In solchen Fällen können konvexe Basisplatten oder zusätzliche Hilfsmittel die Abdichtung deutlich verbessern.
Dünnflüssige Ausscheidungen
Flüssige Ausscheidungen gelangen leichter in kleine Zwischenräume und erhöhen das Risiko für Undichtigkeiten.
Mögliche Ursachen können sein:
- Ernährungsumstellungen,
- Infekte,
- Medikamente,
- erhöhte Flüssigkeitsaufnahme.
Treten plötzlich deutlich dünnflüssigere Ausscheidungen auf, sollte die Ursache beobachtet und gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden.
Feuchte oder fettige Haut
Für eine gute Haftung muss die Haut rund um das Stoma sauber und trocken sein.
Folgende Faktoren können die Haftung beeinträchtigen:
- starkes Schwitzen,
- Hautpflegeprodukte mit Ölen,
- feuchte Haut,
- nicht vollständig entfernte Kleberückstände.
Zu lange Tragezeit
Jede Stomaversorgung hat eine individuelle Tragedauer. Wird die Versorgung länger getragen als vorgesehen, kann die Haftkraft des Hautschutzes nachlassen und das Risiko für Undichtigkeiten steigen.
Der richtige Wechselrhythmus ist individuell – er richtet sich nach der Stoma-Art (Ileo-, Kolo- oder Urostoma), dem gewählten Versorgungssystem (ein- oder zweiteilig) und Ihren persönlichen Gewohnheiten. Die Leitlinie zur Stomatherapie der Fachgesellschaft für Stoma, Kontinenz und Wunde empfiehlt folgende Wechselintervalle (Stand 2011)
Einteilige Versorgungssysteme
- Urostomie: Mindestens 1 x täglich
- Kolostomie: 1-3 x täglich (bei zu häufigem Wechsel können durch die mechanische Reizung Hautprobleme auftreten)
- Ileostomie: Mindestens 1 x täglich
Zweiteilige Versorgungen
Basisplatten
- Uro- und Ileostomie: alle 2-3 Tage
- Kolostomie: alle 2-4 Tage
Beutel
- Uro- und Ileostomie: Mindestens 1 x täglich
- Kolostomie: 1-3 x täglich (bei Bedarf)
So können Sie Undichtigkeiten vorbeugen
Die wichtigsten Maßnahmen auf einen Blick:
Passende Versorgung verwenden
Die Hautschutzplatte sollte zu Ihrer individuellen Bauchform passen – bei Hautfalten, Narben oder einem zurückliegenden Stoma ist oft eine konvexe Versorgung sinnvoll, die durch ihre Wölbung für besseren Kontakt zur Haut sorgt. Bei flachem, glattem Bauch reicht meist eine plane Versorgung. Auch der Hautzustand spielt eine Rolle: Bei fettiger Haut kann die Basisplatte schlechter haften, hier helfen beispielsweise Hautschutzpulver. Bei trockener, schuppiger Haut sollte die Haut vor dem Wechsel sanft gereinigt und gut abgetrocknet werden, damit die Platte optimal haftet.
- Stoma regelmäßig ausmessen
- Haut sauber und trocken halten
- Versorgung rechtzeitig wechseln
- Beutel rechtzeitig entleeren
- Veränderungen von Gewicht oder Bauchform beachten
- Unterstützung durch eine Stomapflegekraft nutzen
Die psychische Belastung nicht unterschätzen
Eine Undichtigkeit kann besonders außerhalb der eigenen vier Wände belastend sein. Viele Betroffene entwickeln nach wiederholten Leckagen Ängste vor Ausflügen, Reisen oder sozialen Situationen.
Diese Sorgen sind verständlich. Wichtig ist jedoch zu wissen: Wiederkehrende Undichtigkeiten müssen nicht einfach hingenommen werden. Mit der richtigen Versorgung und professioneller Unterstützung lassen sich die meisten Probleme deutlich verbessern oder vollständig beheben.
Wann sollten Sie professionelle Hilfe suchen?
Wenden Sie sich an Ihre Stomapflegekraft oder Ihren Arzt, wenn:
- Undichtigkeiten regelmäßig auftreten,
- die Haut rund um das Stoma gereizt oder wund ist,
- sich die Form des Stomas verändert hat,
- die Versorgung plötzlich schlechter hält,
- Sie unsicher sind, welche Produkte geeignet sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Undichtigkeiten bei einem Stoma
Was sollte ich tun, wenn mein Stomabeutel undicht ist?
Bleiben Sie zunächst ruhig. Undichtigkeiten können vorkommen und lassen sich in den meisten Fällen gut beheben. Wechseln Sie Ihre Stomaversorgung möglichst zeitnah und kontrollieren Sie dabei die Haut rund um das Stoma auf Rötungen, Reizungen oder andere Auffälligkeiten.
Reinigen Sie die Haut sorgfältig mit warmem Wasser, trocknen Sie sie gründlich ab und bringen Sie anschließend eine neue Versorgung an. Treten Undichtigkeiten häufiger auf, sollten Sie beobachten, wann sie auftreten – beispielsweise nachts, nach den Mahlzeiten oder bei körperlicher Aktivität. Diese Informationen helfen Ihrer Stomapflegekraft dabei, die Ursache zu erkennen und gemeinsam mit Ihnen eine passende Lösung zu finden.
Wie kann ich nächtliche Undichtigkeiten verhindern?
Um das Risiko von Undichtigkeiten während der Nacht zu verringern, empfiehlt es sich, den Stomabeutel vor dem Schlafengehen zu entleeren und bei Bedarf die Versorgung zu wechseln.
Auch die Schlafposition kann eine Rolle spielen. Starker Druck auf den Beutel oder den Hautschutz kann die Dichtigkeit beeinträchtigen. Wenn nachts dennoch regelmäßig Undichtigkeiten auftreten, kann es sinnvoll sein, gemeinsam mit Ihrer Stomapflegekraft zu prüfen, ob eine andere Versorgung, eine größere Beutelkapazität oder ergänzende Hilfsmittel wie Hautschutzringe oder Fixierstreifen besser geeignet sind.
Welche Basisplatte bietet den besten Schutz bei Hautfalten?
Bei Hautfalten oder Unebenheiten rund um das Stoma ist vor allem entscheidend, dass sich die Basisplatte gut an die Körperkonturen anpasst und eine zuverlässige Abdichtung ermöglicht. Welche Versorgung am besten geeignet ist, hängt dabei von der individuellen Situation ab.
Unora Hautschutzmaterialien aus Silikon oder mit Alginat können sich bei unebener Haut besonders gut anpassen und dazu beitragen, kleine Hautfalten oder Vertiefungen auszugleichen. Dadurch lässt sich häufig eine bessere Abdichtung erreichen und das Risiko von Undichtigkeiten verringern.
Für Menschen mit einem Urostoma kann ein Microskin-Hautschutz eine gute Wahl sein. Das besonders dünne und flexible Material passt sich den Körperkonturen gut an und bietet auch bei häufigem Kontakt mit Urin eine zuverlässige Haftung.
Sind Leckagen normal?
In den ersten Wochen nach einer Stomaoperation können geringe Mengen Wundsekret oder Feuchtigkeit im Bereich des Stomas normal sein. Gelangen jedoch regelmäßig Stuhl oder Urin unter die Hautschutzplatte und auf die Haut, handelt es sich meist um eine Undichtigkeit der Versorgung.
Wiederkehrende Leckagen sollten nicht als normal angesehen werden, da sie zu Hautreizungen und einer schlechteren Haftung der Versorgung führen können. Wenn Sie bemerken, dass Ausscheidungen regelmäßig unter den Hautschutz gelangen, sollten Sie Ihre Stomapflegekraft kontaktieren, damit die Versorgung überprüft und gegebenenfalls angepasst werden kann.
Was versteht man unter einer Stoma-Undichtigkeit?
Von einer Stoma-Undichtigkeit spricht man, wenn Stuhl oder Urin unter den Hautschutz austreten und auf die Haut rund um das Stoma gelangen, anstatt sicher im Beutel aufgefangen zu werden. Dies kann schleichend über mehrere Stunden oder plötzlich auftreten.
Mögliche Ursachen sind unter anderem eine nicht optimal passende Versorgung, Veränderungen der Körperform oder des Stomas, Hautfalten, Hautprobleme, flüssige Ausscheidungen oder eine zu lange Tragedauer der Versorgung. Wird die Ursache erkannt, lassen sich die meisten Undichtigkeiten mit einer individuell angepassten Stomaversorgung und geeigneten Hilfsmitteln erfolgreich vermeiden.