

Was ist ein Stomaprolaps?
Ein Stomaprolaps entsteht, wenn ein Abschnitt Ihres Darms durch die Stomaöffnung nach außen tritt, sodass das Stoma länger erscheint als ursprünglich. Er kann sowohl bei einer Kolostomie als auch bei einer Ileostomie auftreten, wobei die betroffene Darmlänge von etwa 2 Zentimetern bis zu 10 Zentimetern oder mehr reichen kann.
Auch wenn es zunächst alarmierend aussehen kann, stellt ein Stomaprolaps für sich genommen in der Regel kein ernstes medizinisches Problem dar.
Wodurch entsteht ein Stomaprolaps?
Ein Prolaps entsteht in der Regel durch erhöhten Druck im Bauchraum. Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe: anhaltende Verstopfung, häufiges starkes Husten, Niesen oder Pressen, eine Gewichtszunahme nach der Operation oder geschwächte Bauchmuskeln. All diese Faktoren können den Bereich rund um das Stoma zusätzlich belasten und einen Prolaps wahrscheinlicher machen.
Woran erkenne ich, ob mein Stoma prolabiert ist?
Das deutlichste Anzeichen ist optisch erkennbar: Ihr Stoma wird sichtbar länger, wobei ein Darmabschnitt durch die Öffnung hervortritt. Der Bereich kann sich zudem wund oder gereizt anfühlen, und es kann schwieriger werden, einen sicheren Sitz Ihres Stomabeutels zu gewährleisten, da ein längeres Stoma die Form verändert, an die sich Ihre Versorgung anpassen muss.
Ist ein Stomaprolaps gefährlich?
In den meisten Fällen nicht. Ein Stomaprolaps für sich genommen ist eher störend als gefährlich – er kann den Sitz des Beutels und den Komfort beeinträchtigen, stellt aber in der Regel keine Gefahr für Ihre Gesundheit dar.
In sehr seltenen Fällen können Komplikationen auftreten, etwa eine Darmblockade, ein Einklemmen des hervortretenden Darmabschnitts (Inkarzeration) oder eine Unterbrechung der Blutversorgung (Strangulation). Diese sind selten, aber genau deshalb lohnt es sich, Ihr Pflegeteam über einen Prolaps zu informieren, statt ihn ausschließlich selbst zu managen.
Kann man ein prolabiertes Stoma zurückschieben? Kann es sich von selbst zurückbilden?
Manchmal ja – der hervortretende Darmabschnitt kann sich von selbst wieder zurückziehen, und Hinlegen zur Entspannung der Bauchmuskulatur kann diesen Vorgang unterstützen.
Ihr Stomapflegeteam kann Ihnen zudem Techniken zeigen, um den Darm vorsichtig wieder in Position zu bringen. Dies sollten Sie jedoch nicht allein auf Grundlage allgemeiner Anleitungen versuchen – es lässt sich am besten direkt von einer Pflegekraft oder einer Ärztin bzw. einem Arzt erlernen, die oder der Sie sicher und individuell anleiten kann.


Kann ein Stomaprolaps behoben werden?
Ja, in dem Sinne, dass eine Behandlung ihn in der Regel beheben kann. Verursacht der Prolaps keine Komplikationen, kann Ihr Behandlungsteam den Darm einfach neu positionieren, teils mit nicht-chirurgischen Methoden. Treten Komplikationen auf, stehen chirurgische Optionen zur Verfügung – das kann eine Revision des bestehenden Stomas, den Ersatz des betroffenen Darmabschnitts oder in manchen Fällen die Anlage eines neuen Stomas an anderer Stelle des Bauchraums bedeuten.
Wichtig zu wissen: Ein Prolaps kann auch nach erfolgreicher Behandlung erneut auftreten, weshalb eine fortlaufende Beobachtung wichtig bleibt.
Wann sollten Sie Ihr Pflegeteam kontaktieren?
Wenden Sie sich an Ihr Stomapflegeteam, wenn Sie Veränderungen in der Funktion Ihres Stomas bemerken – zum Beispiel, wenn sich der Rand des Stomas von der Haut abhebt, Ihr Stomabeutel nicht mehr dicht hält oder sich der Beutel ungewöhnlich schnell füllt.
Wann handelt es sich um einen medizinischen Notfall?
In seltenen Fällen kann ein Prolaps zu einer Darmblockade führen. Suchen Sie umgehend eine Notaufnahme auf, wenn Sie plötzliche oder starke Bauchschmerzen, Blutungen aus dem Stoma, eine Farbveränderung des Stomas hin zu Violett oder Schwarz, Appetitlosigkeit oder Übelkeit und Erbrechen bemerken.
Prolabiertes Stoma: Das Wichtigste in Kürze
Ein Stomaprolaps kann zunächst eine beunruhigende Überraschung sein, ist jedoch eine gut erforschte Komplikation, mit der sich Ihr Stomapflegeteam regelmäßig befasst. In den allermeisten Fällen ist er gut zu handhaben und kein Anzeichen für etwas Ernstes – und Unterstützung ist jederzeit verfügbar, wenn Sie unsicher sind, was Sie sehen oder spüren.
FAQ: Stomaprolaps
Ist ein Stomaprolaps gefährlich?
In der Regel nicht. Ein Prolaps ist meist eher unangenehm oder störend für den Sitz des Beutels als medizinisch ernst. Seltene Komplikationen wie eine Darmblockade oder eine verringerte Durchblutung des Darms können auftreten, weshalb es sich lohnt, jeden Prolaps Ihrem Stomapflegeteam zu melden.
Kann sich ein Stomaprolaps von selbst zurückbilden?
Das ist möglich. Der hervortretende Darmabschnitt kann sich manchmal von selbst zurückziehen, und das Hinlegen zur Entspannung der Bauchmuskulatur kann dabei helfen. Dennoch ist es ratsam, Ihr Pflegeteam darüber zu informieren.
Kann man ein prolabiertes Stoma zurückschieben?
In manchen Fällen ja, dies sollte jedoch am besten mit Anleitung Ihres Stomapflegeteams erfolgen, statt es beim ersten Mal allein zu versuchen. Dort erhalten Sie Techniken, die auf Ihre individuelle Situation abgestimmt sind.
Woran erkennt man, ob das Stoma prolabiert ist?
Das Hauptanzeichen ist ein sichtbar längeres Stoma, bei dem Darmgewebe durch die Öffnung hervortritt. Zudem können Wundsein, Reizungen oder Schwierigkeiten auftreten, den Stomabeutel dicht zu halten.
Kann ein Stomaprolaps behoben werden?
Ja. Je nach Schweregrad reicht die Behandlung von einer einfachen Neupositionierung bis hin zur chirurgischen Revision des Stomas. Ein Prolaps kann danach gelegentlich erneut auftreten, weshalb eine fortlaufende Beobachtung Teil der langfristigen Versorgung ist.