

Ernährung nach der Stoma-Operation: Die ersten Tage
Direkt nach Ihrer Stoma-Operation kann es eine Weile dauern, bis sich Ihr Appetit erholt; das ist völlig normal. Ihr Darm hat ein größeres Trauma durchgemacht, geben Sie ihm also Zeit, sich zu beruhigen. Viele Stomaträger:innen haben vor der Operation krankheitsbedingt Gewicht verloren, weshalb es in dieser Phase oft eher darum geht, Kräfte aufzubauen, als sich einzuschränken.
Einiges hilft in diesen ersten Wochen:
- Lieber kleine, häufige Mahlzeiten statt drei große
- Eine ruhige, entspannte Umgebung für Mahlzeiten wählen; nichts überstürzen
- Gründlich kauen und ein Getränk griffbereit halten, um die Verdauung zu unterstützen
- Dem spezifischen Protokoll Ihres:Ihrer Chirurg:in oder Ihrer Stomapflegekraft folgen, da dies je nach Klinik und Operationsart variieren kann
Sie erhalten in der Regel schriftliche Hinweise dazu, was Sie essen und was Sie vermeiden sollten. Bei Unklarheiten ist Ihre Stomapflegekraft die beste Ansprechperson.
Neue Lebensmittel sicher einführen
Sobald sich Ihr Appetit erholt, können Sie schrittweise neue Lebensmittel einführen. Eine ausgewogene Ernährung aus Eiweiß, Milchprodukten (sofern verträglich), Kohlenhydraten, Obst und Gemüse hilft, Ihre Ausscheidung zu normalisieren und regelmäßiger zu machen.
Es ist völlig normal, sich in diesen frühen Tagen wegen Geräuschen, Geruch oder der Konsistenz der Ausscheidung etwas unsicher zu fühlen. Während sich Ihr Darm einspielt, lernen Sie nach und nach, welche Lebensmittel Ihnen guttun und welche nicht — und das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Was bei einer Person zu Problemen führt, kann bei einer anderen völlig unproblematisch sein.
Einige Tipps zum Einführen neuer Lebensmittel:
- Langsam herangehen und gründlich kauen
- Bei Neuem mit kleinen Portionen beginnen
- Ein einfaches Ernährungstagebuch führen
- Beobachten, wie Ihre Ausscheidung reagiert, bevor Sie das nächste neue Lebensmittel ausprobieren
Lebensmittel, die Sie mit Stoma essen können
Sobald Sie vollständig genesen sind (und sofern eine medizinische Fachperson Ihnen nichts anderes gesagt hat), können die meisten Lebensmittelgruppen wieder auf den Speiseplan. Ein Leben mit Stoma bedeutet nicht, auf Lieblingsspeisen verzichten zu müssen, auch wenn manche Stomaträger:innen, besonders bei einer Ileostomie, gewisse Gewohnheiten anpassen müssen, da manche Lebensmittel die Ausscheidung verflüssigen können.
Um die Heilung zu unterstützen, hilft es außerdem, in den Wochen nach der Operation die Kalorien-, Fett- und Eiweißzufuhr zu erhöhen:
- Vollmilch und Vollfettkäse (mit Milchprodukten allgemein: sofern verträglich)
- Schlagsahne, untergerührt in Suppen, Kartoffelpüree oder Desserts
- Kekse und Kuchen als Snack
- Täglich eiweißreiche Lebensmittel: Fisch, zartes Fleisch, Eier
- Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr, um gut hydriert zu bleiben
Für eine ausgewogene Mahlzeit im Alltag achten Sie idealerweise auf:
- Eiweiß: Fleisch, Fisch, Bohnen, Linsen, Eier, Käse, Milch oder Joghurt
- Kohlenhydrate: Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Frühstückszerealien
- Täglich Obst und Gemüse
- Zwei- bis dreimal täglich Milchprodukte für Kalzium (oder angereicherte pflanzliche Alternativen wie Soja-, Mandel-, Kokos- oder Hafermilch)
- Bei Untergewicht sind gesunde Fette besonders wichtig: Olivenöl zum Kochen, Butter im Kartoffelpüree, zweimal wöchentlich fettreicher Fisch für Omega-3-Fettsäuren
Lebensmittel, die Sie mit Stoma vermeiden sollten
Manche Lebensmittel sind schwerer verdaulich und können, besonders bei einer Ileostomie, das Risiko einer Blockade erhöhen, da sie unverdaut passieren. Es lohnt sich, diese im Blick zu behalten:
- Obst und rohes Gemüse mit Schale (z. B. Äpfel, Gurke)
- Kerne und Nüsse
- Zuckermais und Popcorn
- Trockenfrüchte
- Vollkornprodukte und Müsli
- Faserreiches Gemüse, z. B. Chinakohl
Besonders in den ersten Wochen ist es oft einfacher, bei leichten, gut verdaulichen Mahlzeiten zu bleiben: nicht zu scharf, zu fettig oder zu ballaststoffreich. Hat ein Lebensmittel schon vor der Operation Probleme verursacht, lohnt es sich, es zunächst ebenfalls zu meiden und später erneut vorsichtig einzuführen, um zu sehen, wie Ihr Körper reagiert.
Gut zu wissen sind außerdem einige weitere Effekte einzelner Lebensmittel:
- Blähende Lebensmittel: Kohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Baked Beans, Zwiebeln, Pilze, Gurke, Wurzelgemüse
- Geruch des Urins (bei Urostomie): Fisch, Knoblauch, Zwiebeln, Spargel
Beispiel-Speisepläne bei Stoma
Jedes Stoma ist anders, und was bei einer Ileostomie passt, passt nicht unbedingt bei einer Kolostomie oder Urostomie. Deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wie ein ausgewogener Tag jeweils aussehen kann. Diese Beispiele sind lediglich Ausgangspunkte; Ihre eigene Verträglichkeit bestimmt letztlich, was für Sie am besten funktioniert.
Beispiel-Speiseplan bei Ileostomie
Da die Ausscheidung einen kürzeren Weg durch den Darm zurücklegt, lohnt es sich, auf gut gegarte, ballaststoffarme Lebensmittel zu setzen und Schalen, Kerne sowie faserige Bestandteile zu meiden — besonders in den ersten Wochen.
- Frühstück: Rührei auf Weißbrot-Toast, dazu ein Glas angereicherte Milch
- Mittagessen: Gut gegartes Hähnchen mit weißem Reis und geschälten, weich gekochten Karotten
- Abendessen: Gebratener Fisch mit Kartoffelpüree und einer kleinen Portion weich gekochter Zucchini
- Snacks: Cremiger Joghurt, ein paar Reiswaffeln mit glatter Erdnussbutter oder eine reife, zerdrückte Banane
Beispiel-Speiseplan bei Kolostomie
Falls Sie bei der Kolostomie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen: Hier ein einfacher Kolostomie-Speiseplan als Orientierung für einen ausgewogenen Tag, sobald Sie zu einer vollwertigeren Ernährung zurückgekehrt sind:
- Frühstück: Rührei auf Weißbrot-Toast, dazu ein Glas angereicherte Milch
- Mittagessen: Hähnchen und Reis mit gut gegartem Gemüse, Banane als Nachtisch
- Abendessen: Gebratener Fisch, Kartoffelpüree und eine kleine Portion weich gekochter Karotten
- Snacks: Joghurt, eine Scheibe Bananenbrot oder ein paar Reiswaffeln mit glatter Erdnussbutter
Beispiel-Speiseplan bei Urostomie
Bei einer Urostomie eignet sich in der Regel eine normale, ausgewogene Ernährung gut; der Schwerpunkt liegt darauf, ausreichend zu trinken und auf Lebensmittel zu achten, die den Uringeruch verstärken können.
- Frühstück: Porridge mit einem Schuss Milch und ein paar Bananenscheiben
- Mittagessen: Putensandwich auf Weißbrot mit einem kleinen Beilagensalat
- Abendessen: Brathähnchen mit Salzkartoffeln und gedünsteten grünen Bohnen
- Snacks: Ein Glas Wasser oder verdünnter Saft, dazu neutrale Cracker oder ein kleiner Joghurt
Denken Sie daran, dass alle drei Speisepläne lediglich Ausgangspunkte sind. Ihre eigene Verträglichkeit bestimmt, was für Sie am besten funktioniert.
Wässrige Ausscheidung in den Griff bekommen
Wenn Ihre Ausscheidung plötzlich dünnflüssiger oder wässriger wird, kann das beunruhigend sein; meist lässt sich das aber gut in den Griff bekommen, sobald die Ursache bekannt ist. Häufige Auslöser für wässrige Ausscheidung sind:
- Zu viel grünes Gemüse oder Hülsenfrüchte
- Fruchtsaft oder Obst selbst
- Scharfes Essen
- Alkohol
- Medikamente, ein Magen-Darm-Infekt oder auch Stress
Hält die Veränderung der Ausscheidung länger als 48 Stunden an, sollten Sie dies Ihrer Stomapflegekraft mitteilen.
Es gibt außerdem ein paar praktische Schritte bei dünnflüssiger Ausscheidung:
- Bei Verwendung eines geschlossenen Kolostomiebeutels kann der Wechsel zu einem ausleerbaren Beutel sinnvoll sein; er ist einfacher zu handhaben und reduziert Hautreizungen durch häufigen Beutelwechsel
- Lebensmittel mit natürlich eindickender Wirkung ausprobieren: Weißbrot, Nudeln, Kartoffelpüree, Marshmallows oder Weingummi, Götterspeise, reife Bananen, Apfelmus, Reiswaffeln, Bananenbrot, glatte Erdnussbutter, Rührkuchen oder Milchreis
- Ihre Stomapflegekraft nach Anti-Diarrhoika fragen, die die Ausscheidung verlangsamen und eindicken können; erhältlich als Kapsel, flüssig oder als Schmelztablette. Ihre Pflegekraft berät Sie zur passenden Dosierung. Nehmen Sie niemals Medikamente ohne Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson ein.
- Ein Verdickungsmittel in Betracht ziehen, das direkt in den Beutel gegeben wird, z. B. ein Sachet oder eine Kapsel, das die Ausscheidung geliert, um sie leichter handhabbar und weniger leckanfällig zu machen. Bei einem ausleerbaren Beutel sollten Sie dies bei jeder Entleerung erneut hinzufügen.
Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen
Dünnflüssige Ausscheidung oder Durchfall können schnell zu Flüssigkeitsmangel führen, daher lohnt es sich, die Warnzeichen zu kennen:
- Trockener Mund
- Verstärktes Durstgefühl
- Schwäche oder Müdigkeit
- Verwirrtheit
- Ohnmacht
- Verringerte Urinausscheidung
Um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen:
- Etwa 8 Gläser Flüssigkeit pro Tag anstreben
- Salzhaltige Lebensmittel reduzieren
- Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke meiden oder zunächst entgasen lassen
Hält Durchfall länger als 24 Stunden an, wenden Sie sich für weitere Beratung an Ihre Stomapflegekraft. Wenn Sie mehr über Verstopfung mit Stoma erfahren möchten, schauen Sie gerne in unseren entsprechenden Ratgeber.
Die meisten Veränderungen der Ausscheidung bessern sich mit kleinen Anpassungen der Ernährung, wenden Sie sich aber an Ihre Stomapflegekraft, wenn:
- Die Veränderung der Ausscheidung länger als 48 Stunden anhält
- Durchfall länger als 24 Stunden anhält
- Sie Anzeichen von Flüssigkeitsmangel bemerken, die sich nicht bessern
- Sie unsicher sind, welches Lebensmittel die Ursache ist
FAQ: Ernährung mit Stoma
Welche Lebensmittel sollte ich mit Stoma vermeiden?
Besonders in den ersten Wochen ist es ratsam, schwer verdauliche Lebensmittel oder solche mit Blockade-Risiko zu meiden — etwa Nüsse, Kerne, Zuckermais, Popcorn, Trockenfrüchte, Vollkornprodukte sowie Obst und Gemüse mit Schale. Scharfe, fettreiche oder ballaststoffreiche Lebensmittel lassen sich ebenfalls leichter meiden, bis sich Ihr Darm eingespielt hat.
Welche Lebensmittel kann ich mit Stoma essen?
Sobald Sie vollständig genesen sind, können die meisten Lebensmittelgruppen wieder auf den Speiseplan. Ziel ist eine ausgewogene Mischung aus Eiweiß, Milchprodukten, Kohlenhydraten, Obst und Gemüse — führen Sie Neues einfach schrittweise und in kleinen Mengen ein, um zu sehen, wie Ihr Körper reagiert.
Wie bekomme ich wässrige Ausscheidung in den Griff?
Dünnflüssige oder wässrige Ausscheidung reagiert oft gut auf eindickende Lebensmittel wie Weißbrot, Nudeln, Kartoffelpüree, Milchreis oder reife Bananen. Bei einer Kolostomie kann auch der Wechsel zu einem ausleerbaren Beutel helfen, und Ihre Stomapflegekraft kann Sie zu Anti-Diarrhoika beraten, falls Ernährungsanpassungen allein nicht ausreichen.
Wie sieht ein typischer Speiseplan mit Stoma aus?
Es gibt keinen Speiseplan, der für alle passt, und er unterscheidet sich je nach Stomaart etwas — bei Ileostomie eignen sich eher gut gegarte, ballaststoffarme Lebensmittel, bei Kolostomie ähnelt er einer normalen ausgewogenen Ernährung, und bei Urostomie liegt der Fokus auf Flüssigkeitszufuhr und milder riechenden Lebensmitteln. Am besten orientieren Sie sich dabei an Lebensmitteln, die Sie bereits gut vertragen.
Wie lange sollte ich warten, bevor ich nach der Operation neue Lebensmittel einführe?
Es gibt keinen festen Zeitrahmen — das hängt von Ihrer Genesung sowie den Hinweisen Ihres:Ihrer Chirurg:in oder Ihrer Stomapflegekraft ab. Sobald sich Ihr Appetit normalisiert, können Sie schrittweise neue Lebensmittel einführen, eines nach dem anderen, und beobachten, wie sich jedes auf Ihre Ausscheidung auswirkt.
Wann sollte ich bei Ernährungsfragen meine Stomapflegekraft ansprechen?
Wenden Sie sich an Ihre Stomapflegekraft, wenn die Veränderung der Ausscheidung länger als 48 Stunden anhält, Durchfall länger als 24 Stunden andauert oder Sie Anzeichen von Flüssigkeitsmangel wie Schwindel, trockenem Mund oder verringerter Urinausscheidung bemerken, die sich nicht bessern.