

Was ist eine Stoma-Nekrose?
Vereinfacht gesagt tritt eine Stoma-Nekrose auf, wenn die Blutversorgung des Stomas vermindert oder unterbrochen wird, sodass ein Teil oder das gesamte Stomagewebe abstirbt. Gesundes Stomagewebe ist auf eine gleichmäßige Durchblutung angewiesen — wird diese gestört, kann das Gewebe nicht überleben.
Wann tritt eine Stoma-Nekrose auf?
Sie gilt als frühe Komplikation, da sie meist innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Operation auftritt, kann sich aber auch noch innerhalb der ersten fünf Tage entwickeln. Sie kann auch später als Folge einer Hernie, eines Prolapses oder einer Verletzung des Stomas auftreten.
Eine Nekrose steht häufiger im Zusammenhang mit Notoperationen und betrifft eher Kolostomien als Ileostomien oder Urostomien. Mehrere chirurgische Faktoren können eine Rolle spielen, etwa wenn das Stoma unter Spannung angelegt wird — was z. B. bei Bauchschwellungen, Übergewicht oder zu eng bzw. zu dicht gesetzten Nähten um das Stoma vorkommen kann. Auch ein Blutgerinnsel, das die Durchblutung unterbricht, oder Faktoren im Bauchraum wie eine dicke Bauchwand, Schwellungen, Blähungen oder Übergewicht können ursächlich sein. Postoperative Probleme wie ein deutlicher Blutverlust oder niedriger Blutdruck können ebenfalls beitragen.
Arten der Stoma-Nekrose
Man unterscheidet in der Regel zwischen einer partiellen (oberflächlichen) und einer vollständigen (tiefen) Nekrose, wobei die partielle Form die häufigere ist. Wie ausgeprägt sie ist, hängt davon ab, wie gut das Stoma während und nach der Operation durchblutet wurde.
Ihr:e Kolorektalchirurg:in kann Anzeichen einer partiellen Nekrose bereits während oder kurz nach der Operation feststellen und prüft, wie viel Gewebe betroffen ist. Dabei wird üblicherweise die Farbe der inneren Schleimhaut des Stomas mithilfe einer Lichtquelle untersucht, manchmal mit einem Proktoskop oder einem dünnen, geschmierten Endoskop (vergleichbar mit einer kleinen inneren Untersuchung) — häufig noch während Sie unter Narkose stehen. Erscheint die Nekrose ernst genug, kann sie noch während derselben Operation korrigiert werden.
Ist die Nekrose nur partiell oder oberflächlich, entscheidet sich Ihr:e Chirurg:in möglicherweise dagegen, erneut zu operieren, da sie sich häufig von selbst bessert. Dennoch behalten sowohl Ihr:e Chirurg:in als auch Ihre Stomapflegekraft die Stelle genau im Blick, um sicherzustellen, dass sie heilt und sich nicht verschlechtert.
Eine vollständige oder tiefe Nekrose zeigt sich hingegen nicht immer sofort; es kann mehrere Tage dauern, bis sie erkennbar wird. Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt bereits entlassen worden sein, wenden Sie sich umgehend an Ihre ambulante Stomapflegekraft.
Wie sieht eine Stoma-Nekrose aus?
Ein nekrotisches Stoma verändert typischerweise seine Farbe — von dunklem Bordeauxrot bis hin zu Schwarz, und kann sich bei fortschreitender Gewebeschädigung grau verfärben. Es fühlt sich oft weich, schlaff und kühl bis kalt an, statt fest, warm und rosa, wie es bei gesundem Stomagewebe der Fall ist.