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Ready for Take-off? Sicher fliegen mit Stoma

Fliegen mit einem Stoma muss nicht stressig sein. Mit etwas Vorbereitung beim Packen, bei der Sicherheitskontrolle und für die Versorgung während des Fluges steht einer entspannten Reise in der Regel nichts im Weg. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie beim Fliegen mit einem Kolostoma, Ileostoma oder Urostoma beachten sollten und wie Sie sich optimal vorbereiten können.

Kann ich mit einem Stoma fliegen?

Ja. Fliegen ist grundsätzlich auch mit einem Kolostoma, Ileostoma oder Urostoma möglich. Der veränderte Kabinendruck während des Fluges stellt für das Stoma selbst normalerweise kein Risiko dar. 

Viele Menschen mit Stoma reisen regelmäßig mit dem Flugzeug und stellen fest, dass sich das Fliegen mit etwas zusätzlicher Vorbereitung kaum von einer Reise ohne Stoma unterscheidet. 

Nach einer Stomaoperation sollten Sie allerdings nicht unmittelbar wieder ins Flugzeug steigen. Wann Sie wieder fliegen können, hängt unter anderem von der Art und dem Verlauf Ihrer Operation und Ihrem individuellen Heilungsverlauf ab. Häufig wird empfohlen, etwa 4 bis 6 Wochen nach einer Operation mit dem Fliegen zu warten. Besprechen Sie den geplanten Flug deshalb unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt, bevor Sie eine Reise buchen. 

Weitere Informationen rund um Urlaub, Reiseplanung, Versicherung und den Alltag unterwegs finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zum Urlaub mit einem Stoma.

Kann sich der Stomabeutel im Flugzeug aufblähen?

Das ist eine der häufigsten Fragen beim Fliegen mit einem Stoma. Die kurze Antwort lautet: Ja, der Beutel kann sich durch die veränderten Druckverhältnisse etwas stärker mit Gas füllen – gefährlich ist das in der Regel nicht. 

Während des Fluges ist der Luftdruck in der Kabine niedriger als am Boden. Dadurch können sich Gase im Stomabeutel ausdehnen. Moderne Stomabeutel über einen integrierten Filter, der überschüssige Gase kontrolliert entweichen lässt. 

Trotzdem kann es vorkommen, dass sich der Beutel während des Fluges stärker füllt als gewohnt. Fühlt sich der Beutel sehr voll an, können Sie ihn bei der nächsten Gelegenheit auf der Toilette entleeren oder – falls erforderlich – wechseln. 

Einige einfache Maßnahmen können helfen: 

  • Entleeren Sie den Beutel möglichst kurz vor dem Boarding. 

  • Trinken Sie ausreichend, aber vermeiden Sie direkt vor dem Flug große Mengen an kohlensäurehaltigen Getränken, wenn diese bei Ihnen zu vermehrter Gasbildung führen. 

  • Verzichten Sie vor dem Flug möglichst auf Lebensmittel, von denen Sie wissen, dass sie bei Ihnen Blähungen verursachen. 

  • Prüfen Sie vor dem Abflug, ob der Filter Ihres Beutels gegebenenfalls aktiviert bzw. entsprechend den Herstellerangaben vorbereitet ist. 

Was sollte ich für den Flug einpacken?

Eine gut vorbereitete Stoma-Reisetasche kann Ihnen unterwegs viel Sicherheit geben. Planen Sie bei Ihren Hilfsmitteln lieber großzügig. 

Packen Sie ausreichend Ersatzmaterial ein 

Nehmen Sie mehr Stomamaterial mit, als Sie normalerweise für die Reise benötigen. Als Orientierung können Sie etwa die doppelte Menge einplanen. So sind Sie auch bei Flugverspätungen, Umbuchungen oder verlorenem Gepäck vorbereitet. 

Packen Sie wichtige Hilfsmittel außerdem auf mehrere Gepäckstücke verteilt: 

  • Stomabeutel und Basisplatten 

  • Hautschutzprodukte 

  • Reinigungstücher bzw. geeignete Feuchttücher 

  • Entsorgungsbeutel 

  • eventuell benötigtes Zubehör 

  • Medikamente, die Sie regelmäßig benötigen 

  • ein zusätzliches Set Kleidung 

Das wichtigste Stomamaterial gehört ins Handgepäck. So haben Sie Ihre Versorgung auch dann zur Verfügung, wenn Ihr aufgegebenes Gepäck verspätet ankommt oder verloren geht. 

Wechseln Sie die Versorgung vor dem Abflug 

Wenn möglich, wechseln Sie Ihre Stomaversorgung am Abend vor oder am Morgen des Fluges. So starten Sie die Reise mit einer möglichst sicheren und zuverlässigen Versorgung und müssen nicht direkt mit einem anstehenden Wechsel in den Reisetag starten. 

Denken Sie an Ersatzkleidung 

Ein zusätzlicher Satz Unterwäsche und Kleidung im Handgepäck kann beruhigend sein – insbesondere bei längeren Flügen. Auch wenn Sie ihn vermutlich nicht benötigen, haben Sie im Fall einer undichten Versorgung schnell eine Wechselmöglichkeit zur Hand. 

Heben Sie schwere Koffer nicht allein 

Beim Packen und am Flughafen sollten Sie vorsichtig mit schwerem Gepäck umgehen. Insbesondere nach einer Bauchoperation kann schweres Heben problematisch sein. Auch langfristig kann eine hohe Belastung der Bauchdecke das Risiko für eine parastomale Hernie (Stomabruch) erhöhen. 

Nutzen Sie deshalb möglichst einen Gepäckwagen oder bitten Sie andere Personen um Hilfe, wenn ein Koffer zu schwer für Sie ist. 

Stomamaterial und Flüssigkeiten im Handgepäck 

Stomaversorgungen gelten als medizinisch notwendige Hilfsmittel. Welche Regelungen für medizinische Produkte, Flüssigkeiten und Gele im Handgepäck gelten, kann jedoch je nach Land, Flughafen und Fluggesellschaft unterschiedlich sein. 

Informieren Sie sich deshalb vor Ihrer Reise direkt bei der jeweiligen Fluggesellschaft und dem Abflughafen über die geltenden Bestimmungen. 

Eine Bescheinigung Ihres Arztes oder Ihrer Stomapflegekraft über Ihre Erkrankung und den benötigten medizinischen Bedarf kann hilfreich sein. Sie ist nicht grundsätzlich für jede Reise vorgeschrieben, kann aber die Kommunikation bei der Sicherheitskontrolle erleichtern. 

Bewahren Sie Ihre Stomaversorgung möglichst übersichtlich und gut zugänglich auf. So können Sie bei Bedarf schnell erklären, welche Hilfsmittel Sie benötigen. 

Achtung: Bedenken Sie, dass Sie keine Schere im Handgepäck mitführen dürfen. Schneiden Sie deshalb die Basisplatten vor Antritt des Fluges zu.

Was passiert bei der Sicherheitskontrolle? 

Eine Sicherheitskontrolle mit Stoma kann zunächst ungewohnt sein. Sie müssen sich deshalb aber in der Regel keine Sorgen machen. 

Je nach Flughafen und eingesetzter Kontrolltechnik kann das Stoma beziehungsweise der Stomabeutel bei der Kontrolle sichtbar werden oder vom Körperscanner erkannt werden. Das bedeutet nicht, dass mit Ihrer Versorgung etwas nicht stimmt. 

Sollte eine zusätzliche Kontrolle erforderlich sein, kann das Sicherheitspersonal Sie beispielsweise bitten, den Bereich selbst über der Kleidung abzutasten. Unter Umständen kann anschließend ein Abstrich Ihrer Hände erfolgen. 

Wenn Sie sich mit einer Kontrolle im öffentlichen Bereich unwohl fühlen, können Sie nach Möglichkeit um eine private Kontrolle bitten. 

Die genauen Abläufe und Rechte können je nach Land und Flughafen unterschiedlich sein. Informieren Sie sich daher vor der Reise über die Sicherheitsbestimmungen des Flughafens, von dem Sie abfliegen. 

Während des Fluges: Worauf sollten Sie achten?

Ein paar einfache Vorkehrungen können den Flug angenehmer machen. 

Wählen Sie nach Möglichkeit einen Sitzplatz am Gang

Ein Sitzplatz am Gang – idealerweise in der Nähe einer Toilette – gibt Ihnen mehr Bewegungsfreiheit und ermöglicht es Ihnen, den Stomabeutel bei Bedarf unkompliziert zu kontrollieren oder zu entleeren. 

Bei längeren Flügen kann es außerdem angenehm sein, zwischendurch aufzustehen und sich etwas zu bewegen. 

Trinken Sie ausreichend

Die Luft in einem Flugzeug ist sehr trocken. Ausreichend zu trinken ist deshalb während des Fluges besonders wichtig. 

Für Menschen mit einem Ileostoma ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders relevant, da über ein Ileostoma größere Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten verloren gehen können. Das Risiko einer Dehydrierung kann dadurch erhöht sein. 

Trinken Sie regelmäßig und achten Sie insbesondere bei längeren Flügen auf Ihren Flüssigkeitshaushalt. Bei stark erhöhter Ausscheidungsmenge oder individuellen Einschränkungen sollten Sie vor der Reise mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, worauf Sie achten sollten. 

Tragen Sie bequeme Kleidung

Lockere, bequeme Kleidung kann während eines längeren Fluges angenehmer sein als eng anliegende Kleidung, die Druck auf Bauch und Stomaversorgung ausübt. 

Das Wichtigste auf einen Blick

Fliegen mit einem Stoma ist für die meisten Menschen problemlos möglich. Der veränderte Kabinendruck stellt normalerweise keine Gefahr für das Stoma dar. Mit einer gut geplanten Reise und ausreichend Ersatzmaterial können Sie sich zusätzlich Sicherheit geben. 

Denken Sie insbesondere daran: 

  • ausreichend Stomamaterial einzupacken 

  • wichtige Hilfsmittel im Handgepäck mitzunehmen 

  • Ihre Versorgung möglichst vor dem Abflug zu wechseln 

  • Ersatzkleidung einzupacken 

  • sich vorab über die Sicherheitsbestimmungen zu informieren 

  • ausreichend zu trinken 

  • schweres Gepäck möglichst nicht selbst zu heben 

  • bei Unsicherheiten nach einer Operation oder bei individuellen gesundheitlichen Fragen Ihre Stomatherapie oder Ihren behandelnden Arzt einzubeziehen 

Mit der richtigen Vorbereitung müssen Sie Ihr Stoma nicht davon abhalten lassen, neue Orte zu entdecken. 

Sie möchten mehr über das Reisen mit einem Stoma erfahren? In unserem ausführlichen Ratgeber "Urlaub mit Stoma" finden Sie weitere Informationen zu Reiseplanung, Versicherungen, Hilfsmitteln und dem Umgang mit Ihrem Stoma unterwegs.

FAQ: Fliegen mit einem Stoma 

Kann man mit einem Stoma fliegen? 

Ja. Grundsätzlich können Menschen mit einem Kolostoma, Ileostoma oder Urostoma mit dem Flugzeug reisen. Der Kabinendruck stellt für das Stoma selbst normalerweise keine Gefahr dar. Eine gute Vorbereitung und ausreichend Stomamaterial sorgen für zusätzliche Sicherheit. 

Kann sich der Stomabeutel im Flugzeug aufblähen? 

Ja, der Beutel kann sich aufgrund der veränderten Druckverhältnisse etwas stärker mit Gas füllen. Moderne Stomabeutel verfügen in der Regel über einen Filter, der überschüssiges Gas entweichen lässt. Sollte sich der Beutel trotzdem stärker füllen, können Sie ihn bei der nächsten Gelegenheit auf der Flugzeugtoilette entleeren. 

Wie viel Stomamaterial sollte ich für eine Flugreise mitnehmen? 

Packen Sie lieber mehr ein, als Sie normalerweise benötigen. Eine großzügige Reserve – beispielsweise die doppelte Menge des üblichen Bedarfs – kann bei Verspätungen oder anderen unerwarteten Situationen hilfreich sein. 

Wichtige Stomahilfsmittel sollten Sie im Handgepäck transportieren und nicht ausschließlich im aufgegebenen Gepäck verstauen. 

Brauche ich eine spezielle Stoma-Reisetasche für den Flug? 

Nein, eine spezielle Tasche ist nicht zwingend erforderlich. Eine übersichtliche, gut verschließbare Tasche oder ein Etui kann jedoch sehr praktisch sein, um Ihre Stomahilfsmittel zusammen aufzubewahren und bei Bedarf schnell griffbereit zu haben. 

Muss ich meinen Stomabeutel bei der Sicherheitskontrolle abnehmen? 

Nein, das sollte nicht routinemäßig erforderlich sein. Ihr Stoma oder Stomabeutel kann bei einem Körperscanner sichtbar werden. Falls eine zusätzliche Kontrolle notwendig ist, können Sie – abhängig von den örtlichen Abläufen – um eine diskrete bzw. private Kontrolle bitten. 

Eine ärztliche Bescheinigung (Stomapass inkl. Reisezertifikat) kann außerdem hilfreich sein, wenn Sie Ihren medizinischen Bedarf schnell erklären möchten. 

Darf ich Stomamaterial im Handgepäck mitnehmen? 

In der Regel können Sie Ihre medizinisch benötigten Stomahilfsmittel im Handgepäck mitführen. Für Flüssigkeiten, Gele und bestimmte medizinische Produkte gelten jedoch je nach Flughafen und Land unterschiedliche Regelungen. Informieren Sie sich deshalb vor dem Abflug über die aktuellen Vorgaben Ihres Flughafens und Ihrer Fluggesellschaft. 

Wie lange nach einer Stomaoperation sollte ich mit dem Fliegen warten? 

Das hängt von Ihrem individuellen Heilungsverlauf und der Art der Operation ab. Häufig wird empfohlen, etwa 4 bis 6 Wochen zu warten. Lassen Sie sich vor der Reise von Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Stomatherapie beraten – insbesondere nach einer größeren Bauchoperation. 

Was sollte ich bei einem Ileostoma während eines Fluges besonders beachten? 

Bei einem Ileostoma sollten Sie besonders auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten. Durch die Ausscheidung über das Ileostoma kann der Flüssigkeitsverlust höher sein. Trinken Sie regelmäßig und besprechen Sie bei Fragen zu Ihrer individuellen Flüssigkeitszufuhr Ihre Reiseplanung mit Ihrer Stomatherapie oder Ihrem behandelnden Arzt.